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Der Mann mit der Stahlkralle

Der Mann mit der Stahlkralle

Originaltitel
Rolling Thunder
Regie
John Flynn
Darsteller
James N. Harrell, William Devane, Randy Hermann, Michael Nakamura, Pete Ortega, Paul A. Partain
Medium
Blu-ray
Im Handel ab
28.09.2012 bei Koch Films
Kinostart Deutschland
Der Mann mit der Stahlkralle
Genre
Action, Romanze
Land
USA
Jahr
1977
FSK
ab 16 Jahren
Länge
100 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Extras: TV-Spot mit Trailer mit Audiokommentar von "Hostel"-Regisseur Eli Roth • Audiokommentar von Autor Heywood Gould • Interview mit Darstellerin Linda Haynes (ca. 11 Minuten) • Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
Rache-Thriller mit einigen Unstimmigkeiten
Vietnamkriegsveteran Charles Rane (William Devane) kehrt nach siebenjähriger Kriegsgefangenschaft in seine texanische Heimat zurück. Dort erwarten ihn Ehefrau Janet (Lisa Blake Richards) nebst ihrem gemeinsamen Sohn. Janet hat sich inzwischen jedoch in einen anderen Mann verliebt.

Charles nimmt die Untreue seiner Frau äußerlich relativ gelassen hin. Auch die Annäherungsversuche der hübschen Linda Forchet (Linda Haynes) lassen ihn kalt. Zu sehr quälen ihn die Erlebnisse in Vietnam. Dann werden Charles und seine Familie von einer Verbrecherband überfallen. Während Frau und Kind getötet werden, verliert Charles eine Hand. Nach dem Krankenhausaufenthalt ersetzt der Kriegsveteran seine fehlende Hand durch eine Stahlkralle und macht sich mit Linda auf die Suche nach den Tätern...
Rache-Thriller erleben in den 1970er Jahren einen regelrechten Boom. So macht Charles Bronson in "Ein Mann sieht rot" Jagd auf die Mörder und Peiniger seiner Familie. In Meir Zarchis "I Spit on Your Grave" rächt sich eine junge Frau an ihren Vergewaltigern. Das uramerikanische Motiv der blutigen Vergeltung ist auch Thema von John Flynns "Der Mann mit der Stahlkralle".

Das Drehbuch stammt aus der Feder von Paul Schrader. Dieser schrieb auch die Vorlage für Martin Scorseses bahnbrechendem Drama "Taxi Driver". Dessen Intensität und Qualität kann Flynns Thriller nicht erreichen. Atmosphärisch gibt es eigentlich wenig auszusetzen. Bei der Rückkehr des Kriegsveteranen in die Heimat bekommt der Zuschauer ein authentisches Bild vom Texas der 1970er Jahre und einen Einblick in die Nöte und Hoffnungen einer vom Vietnamkrieg traumatisierten Generation.

Leider wird dieser gute Eindruck durch einige Unstimmigkeiten im Handeln des Protagonisten getrübt. Verstört durch den Krieg begegnet er dem Alltag mit Gleichgültigkeit. Dass Charles aber dadurch auch seine Familie und später seine Begleiterin Linda in Gefahr bringt, ist schlecht motiviert. Außer einigen kurzen Rückblenden erfährt der Zuschauer einfach zu wenig von der Vergangenheit des Protagonisten. Aufgrund dieser mangelnden Charaktersierung bleibt die Figur zu blass. Trotzdem ist der Rachefeldzug gerade zum Schluss hin spannend inszeniert. Zu dem wortkargen Vietnamveteran gesellt sich ein Kamerad aus Kriegszeiten. Dieser wird von Tommy Lee Jones in einer seiner ersten Rollen verkörpert. Dass sich die beiden vor dem finalen Kampf gegen das Böse in ihren US-amerikanischen Militär-Uniformen präsentieren, mag patriotisch erscheinen. Andererseits kann das auch dafür stehen, dass der Krieg die Soldaten psychisch und physisch zerstört und sie unfähig macht, sich wieder in die zivile Gesellschaft zu integrieren.
Stefan Huhn, Filmreporter.de
John Flynns Rache-Thriller "Der Mann mit der Stahlkralle" aus den 1970er Jahren stammt aus der Feder von "Taxi Driver"-Autor Paul Schrader. Einige...
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Der Mann mit der Stahlkralle
2022