Pandora Film
Was bleibt

Was bleibt

Originaltitel
Was bleibt
Alternativ
Home for the Weekend; That's All
Regie
Hans-Christian Schmid
Darsteller
Lars Eidinger, Gerhard Hermann, Eva Meckbach, Angelika Richter, Jörg Malchow, Birge Schade
Medium
Blu-ray (Leihassung)
Verleih ab
15.03.2013 bei Pandastorm Pictures
Kinostart Deutschland
Was bleibt
Genre
Drama
Land
Deutschland
Jahr
2012
FSK
ab 0 Jahren
Länge
88 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
Es gibt noch keine Userkritik!
Extras: Laufzeit Bonusmaterial: ca. 60 Minuten • Making of • Audiokommentar von Hans-Christian Schmid • Lars Eidinger und Bernd Lange • Pandora Trailershow • Audiodeskription für Sehbehinderte • Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte • Banderoliertes Postkarten-Set (4c)
Subtile und großartig gespielte Charakterstudie
Es sollte ein gewöhnliches Familientreffen werden. Doch es kommt alles anders in Hans-Christian Schmids sensiblem Drama "Was bleibt". Ein Familienmitglied möchte aus dem betäubten Dasein aussteigen, möchte die Illusionen und das Lügengespinst aufbrechen und sich endlich dem Leben stellen. Dabei wird in Kauf genommen, dass damit eine lange fällige Konfrontation und schmerzhafte Wahrheiten ans Tageslicht befördert werden.

30 Jahre hat Gitte (Corinna Harfouch) Tabletten gegen ihre Depressionen genommen. Nun hat sie sich entschlossen, die Psychopharmaka abzusetzen. Statt auf die Chemiekeule will sie auf die traditionelle chinesische Heilmethode der Akupunktur setzen. Als sie diese Nachricht ihren Söhnen Zowie (Egon Merten) und Jakob (Sebastian Zimmler) und ihrem Ehemann Mark (Lars Eidinger) erzählt, erntet sie nur Fassungslosigkeit und Aggressionen - aber wenig Unterstützung.
Hans-Christian Schmids "Was bleibt" wirft einen eindringlichen Blick hinter die Fassade deutscher Familienstrukturen und entdeckt dabei so einige Unstimmigkeiten in einem vermeintlich harmonischen Gefüge. Alle Familienangehörigen haben sich in einem Lügengespinst eigerichtet, versuchen eine zerrüttete Existenz krampfhaft aufrecht zu erhalten. Da ist der von Lars Eidinger verkörperte Mark, ein junger Schriftsteller, dessen Ehe schon längst gescheitert ist. Sohn Zowie (Egon Merten) ist weniger Kitt als der seidene Faden, an dem die Beziehung hängt. Sein jüngerer Bruder Jakob (Sebastian Zimmler) lebt in einer Fernbeziehung und ist beruflich auf dem absteigenden Ast. Seine Zahnarztpraxis hat zu wenig Patienten. Eigentlich müsste er Konkurs anmelden. Vater Ernst (Ernst Stötzner) hat sich von seiner Frau Gitte längst innerlich längst entfremdet und pflegt seit geraumer Zeit eine Affäre mit einer Jüngeren Frau. Seine Firma hat der ehemalige Verleger verkauft, er ist drauf und dran, ins Ausland zu ziehen, um sich Studien für ein Sachbuch zu widmen.

Hans-Christian Schmid und sein Drehbuchautor Bernd Lange zeichnen ein Generationen übergreifendes Gesellschaftsbild, in welcher der Einzelne ganz auf sich selbst fixiert ist und nicht bereit ist, sich für andere zu opfern. Einzig die Frau ist zu altruistischem Verhalten noch fähig. Nachdem sie viele Jahre ihr Leben für die Familie geopfert hat, ist sich Gitte auch nach ihrer radikalen Entscheidung der Selbstfixierung ihrer Angehörigen bewusst, was sie zu einer noch radikaleren Entscheidung nötigt. Alles für die Familie.

Nach dem eher 'Plot-orientierten' (Schmid) Drama "Sturm" wollten Schmid und Lange mit "Was bleibt" wieder einen Film machen, der sich ganz auf die Figuren einlässt. Das erreichen sie, indem sie ihre Befunde nicht in ein lineares Konstrukt zwängen, sondern diese Schicht für Schicht zutage fördern. Behutsam nähert sich auch die klare und behutsame Kameraführung Bogumil Godfrejows den Protagonisten und entäußert gemeinsam mit den großartigen Darstellern ihr strapaziertes Innenleben. Heimliches Zentrum des Dramas ist dabei Marko, eine Figur mit der sich sowohl Schmid als auch Lange laut eigenen Angaben identifizierten. Eidinger spielt ihn betont zurückgenommen und doch subtil genug, um das gesamte Spektrum dieses Intellektuellen sichtbar zu machen.
Willy Flemmer, Filmreporter.de
Videoclip: Was bleibt
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