Capernaum - Stadt der Hoffnung - 2018 | FILMREPORTER.de
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Capernaum - Stadt der Hoffnung

OriginaltitelCafarnaúm
AlternativCapernaum; Capharnaüm
GenreDrama
Land & Jahr Libanon/Frankreich/USA 2018
FSK & Länge ab 12 Jahren • 122 min.
MediumDVD (Leih)
AnbieterAlamode Filmdistribution
Verleih ab22.05.2019
RegieNadine Labaki
DarstellerZain Al Rafeea, Yordanos Shiferaw, Boluwatife Treasure Bankole, Kawsar Al Haddad, Fadi Yousef, Haita 'Cedra' Izzam
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DVD Extras: Interview mit der Regisseurin • Making-of • Trailer • Wendecover

Drama über schwieriges Kinderschicksal

Zain (Zain Al Rafeea) ist wohl zwölf Jahre alt, aber so genau weiß er das nicht. Das Kind besitzt keine Geburtsurkunde, für den libanesischen Staat existiert er nicht. Die Kindheit hat er lange hinter sich. Obwohl er ein guter Schüler war und gerne weiter zur Schule gehen würde, schlägt er sich auf den Märkten und Straßen mit Hilfsjobs und kleinen Diebstählen durch. Von seinen Eltern (Kawsar Al Haddad, Fadi Yousef) hat er seit er denken kann nur Gewalt und Missachtung erfahren. Die vielköpfige Familie lebt von der Hand in den Mund.

Als seine Eltern die von Zain innig geliebte, nicht mal 14-jährige Schwester Sahar (Haita 'Cedra' Izzam) für ein paar Hühner an einen alten, reichen Mann verkaufen, der sie zur Frau nimmt, reicht es Zain. Er reißt aus. Ein neues Zuhause findet er nach einer Odyssee über staubige Landstraßen bei der Äthiopierin Rahil (Yordanos Shiferaw), einer illegal im Land lebenden Putzfrau. Wenn sie zur Arbeit muss, passt Zain in einem provisorischen Bretterverschlag auf Rahils zweijährigen Sohn Yonas (Boluwatife Treasure Bankole) auf. Dessen Vater kümmert sich nicht um den Jungen. Doch auch er kann dem Angebot nicht widerstehen, den Jungen professionellen Menschenhändlern anzubieten. Zain weiß sich keinen anderen Rat, er verklagt seine Eltern, dass sie ihm das Leben geschenkt haben.
Ein ungewöhnlicher Gerichtsfall ist in Nadine Labakis Drama die formelle Klammer, um die einzelnen Kapitel des Lebens des jungen Protagonisten zu rekapitulieren. Die Geschehnisse werden dafür konsequent aus der Sicht des Halbwüchsigen erzählt, die Kamera bleibt stets auf Augenhöhe mit dem Jungen, wenn sie dessen Umwelt schildert.

Von Zeit zu Zeit spielen seine Eltern die Geschehnisse herunter. Sie versuchen, sich als fürsorgliche Anwälte ihrer Kinder darzustellen. Der Prozess ist jedoch nur ein dramaturgisches Konstrukt, im Zentrum des intensiven und emotional berührenden Sozialdramas steht das Schicksal des sympathischen Zain. Ihm schenkt die Regisseurin nichts, sie folgt ihm in langen Sequenzen, die oft dokumentarisch anmuten. Es geht durch die Slums, über die Märkte. Umso erstaunlicher, dass sich Zain die eigene Menschlichkeit bewahrt und sich intensiv um Yonas kümmert. Die Resilienz, sich trotz widriger Umstände zur Wehr zu setzen, macht Zain zu einem Bruder von Oliver Twist.

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Trailer: 

Capernaum - Stadt der Hoffnung: Der Trailer

Dem kleinen Zain (Zain Al Rafeea) wird nichts geschenkt im Leben, seine Eltern sind arm und wenig fürsorglich, in die Schule darf der Zwölfjährige auch...  Clip starten
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Ein ungewöhnlicher Gerichtsfall ist die formelle Klammer des eindringlichen Dramas von Nadine Labaki. mehr
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