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Björk: Biophilia Live
PR geht billiger, schneller und hautnah

Tuchfühlung aufnehmen mit Live Streaming

Seit dem berühmten Zitat von Automobilkonzern-Gründer Henry Ford wissen PR-Strategen: "Fünfzig Prozent der Werbeausgaben sind immer rausgeworfen. Man weiß nur nicht, welche Hälfte". Doch wie für viele Branchenvertreter ist auch für die PR-Experten ein neues Zeitalter angebrochen. Dank Internet 2.0 können sie die Endverbraucher kostengünstiger und direkter ansprechen. Der neue heilige Gral der PR-Industrie ist das Live-Streaming, welches mehr Vertrautheit und Nähe zwischen Unternehmen und Konsumenten schaffen soll. Die Unterhaltungsindustrie hat's vorgemacht, sie setzt schon länger auf Echtzeitübertragungen von Veranstaltungen über das Internet. So werden Opernaufführungen ebenso erfolgreich live gestreamt wie Sportveranstaltungen und Theateraufführungen.
Von  Redaktion Ricore Text, 15. März 2019

Netflix

Netflix

Was ist Live-Streaming?
Zunächst eine kurze Klärung des Begriffs: Bei Live-Streaming handelt sich um Echtzeitübertragungen von Ereignissen übers Internet. Das unterscheidet das Angebot etwa vom On-Demand-Streaming, bei dem auf einem Server gespeicherte Daten über das Internet an den Client respektive Kunden übertragen werden. Anders als beim Live-Streaming kann der Kunde hier den Stream also jederzeit anhalten und wieder fortsetzen. Ersteres Angebot nutzen Streaming-Dienste wie Netflix und Spotify überwiegend, die ihre Inhalte auf ihren jeweiligen Plattformen lagern und damit dem Kunden den Zugriff ermöglichen. Die Kritik an moderner Kommunikation ist immer wieder, dass diese nur oberflächlich sei.Im Kontrast dazu ist das moderne Live-Streaming aber genau für jene Anbieter interessant, die in den Direktkontakt mit ihren Kunden treten wollen, um ein Produkte zu vermarkten.

Das Anwendungsspektrum reicht von Kommunikationsbranche über die Autoindustrie bis hin zur iGaming-Branche. Letztere hat eine besondere Form des Live-Streamings entwickelt. Online-Casinos geht es nicht nur darum, mithilfe dieser Technologie ihre Produkte zu vermarkten. Das Live-Streaming wird hier vielmehr dafür verwendet, um das Spielerlebnis an sich zu verbessern. Aufgrund der positiven Reaktion der Spieler nimmt auch das Angebot der Live-Games immer mehr zu. Im Betway Online Casino sieht man Live-Streams, die von Roulette und Baccarat, über sämtliche Poker-Klassiker, bis hin zum Live-Fußball-Studio reichen. Die Nähe zum Konsumenten durch das Live-Streaming ist in diesem digitalen Zeitalter für Industrien jeglicher Art wichtig: Nicht nur können auf diese Weise Produkte effektiv geworben werden, die Produkte mit Möglichkeit zum Live-Streaming erfreuen sich auch selbst immer größerer Beliebtheit. Durch die Echtzeitübertragung gewinnen Betriebe an Authentizität und Glaubwürdigkeit - und dies stellt ein entscheidender Vorteil auf dem PR-Markt dar.

Andrea Sawatzki und Christian Berkel bei der Premiere von "Operation Walküre" in Berlin

Andrea Sawatzki und Christian Berkel bei der Premiere von "Operation Walküre" in Berlin

Welches Problem gilt es zu lösen?
Die Vermarktung eines Produkts war natürlich schon immer ein unsicheres Unterfangen. Klar ist: Es steckt viel Geld im Bemühungen von Unternehmen, die Käufer, Verbraucher, Zuschauer und Nutzer für ihre materiellen oder kulturellen Erzeugnisse zu gewinnen. Andererseits ist jedoch auch sicher, dass PR-Kampagnen durchaus Früchte tragen. Sonst würde es diese Wirtschaftssparte nicht geben und Konzerne würden nicht in die Produktwerbung investieren. Die große Frage der PR-Strategen ist daher eher: Wie groß ist der Anteil der PR am Erfolg eines Produkts? Oder anders gefragt: Von welchem Aspekt einer erfolgreichen PR-Kampagne wurde der Kunde angesprochen? Was hatte diesen an der Werbung weniger interessiert? Wo war die PR-Investition sinnvoll und wo eher nicht? Welches Geld hat das Unternehmen richtigerweise und welches fälschlicherweise für den Zweck der Produktvermarktung verbrannt?

Wie kommt man dem Wunsch der Kunden näher?
Um diese Fragen effektiv beantworten zu können, muss die Distanz zwischen Unternehmen und Kunde überbrückt werden. Es gilt herauszufinden: Wie stellt sich dieser das ideale Produkt vor? Was wünscht er sich und was nicht? Unternehmen können dies ausgehend vom Kauf- und Rezeptionsverhalten des Kunden allenfalls erahnen. Um den Geschmack zu treffen, mussten der PR-Geldregen möglichst weit gestreut werden - in der Hoffnung, dass der eine oder andere Euro den Zweck erfüllt. Doch nun wittern die Produkthersteller und Kulturproduzenten ihre Chance: Mit dem Stichwort Live-Streaming glaubt man, den heiligen Gral der PR im Zeitalter von Internet 2.0 und 4.0 gefunden zu haben. Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube werden genutzt, um Produkt- und Firmenvideos live zu übertragen und Kunden zu erreichen. Und auch berühmte Einzelpersonen - etwa Mark Hamill - bedienen sich den sozialen Medien, um den Fans Live-Updates zu Filmen geben zu können. Im Vergleich zum klassischen PR liegt der Vorteil der Live-Videos darin, dass man Produkte mit niedrigeren Kosten und weniger Aufwand direkt vermitteln kann. Dies funktioniert, ohne viel Geld in TV-Werbezeiten und andere klassische Werbeformen zu stecken. Die Kunden wiederum haben die Möglichkeit, die Echtzeit-Vermarktung eines Produkts hautnah mitzuerleben und sich über das neueste Auto dieses Konzerns oder das neue Handymodell jenes Unternehmens aus erster Hand zu informieren.

Kartenspiel auch per Live-Übertragung

Kartenspiel auch per Live-Übertragung

Worin liegen die Vorteile des Live-Streamings für PR?
Ein weiterer Vorteil liegt im vielfältigen Einsatz des Live-Streamings in der Produktvermarktung. Der Art und Weise, in der ein Produkt angepriesen wird, ist keine Grenze gesetzt. Jede Art von Firmenveranstaltung kann live übertragen werden, Produktpräsentation haben sich zu den beliebtesten darunter entwickelt und neue Maßstäbe gesetzt. Es gibt kaum ein neues Produkt, das heutzutage nicht über einen der Internet-Kanäle in die Wohnzimmer der potenziellen Käufer gelangt. Letztere nehmen diesen zusätzlichen Service nicht nur gerne an, sondern fiebern etwa der Einführung des neuen iPhones, der Präsentation der neuen Features entgegen und des noch intelligenteren Lautsprechers entgegen. Apple ist in der Verwendung des Live-Streamings ein Pionier. Steven Jobs war etwa auf Tuchfühlung mit seinen Gläubigen gegangen war, um den Computer Macintosh vorzustellen. Zwar war das Internet damals noch lange kein Massenphänomen, doch einer neuen Form der Produktpräsentation hatten Jobs und Co. Tür und Tor geöffnet. Heute hat sich die Live-PR von PR sehr viel weiter differenziert. Erlaubt ist alles, was den Draht zwischen Hersteller und Konsumenten verkürzt - und dabei möglichst viel Hype und Begeisterung generiert. Etwa eine Podiumsdiskussion, bei der ein ranghoher Firmenvertreter den neugierigen Kunden Rede und Antwort steht. Durch die Live-Übertragung der Veranstaltung über das Internet erweitert sich der Zuschauerkreis um ein Vielfaches. Oder das Live-Interview mit einem Konzernchef wie das Gespräch zwischen dem Filmemacher Jonathan Nolan mit Elon Musk über Themen wie künstliche Intelligenz und die Auswanderung des Menschen zum Mars - was natürlich zugleich Werbung für die Musk-Konzerne Tesla und SpaceX war. Musk ist der neue Steve Jobs, seine Anhänger kleben an seinen Lippen.

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