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Achteinhalb

Originaltitel
Otto e mezzo
Alternativ
8 ½ (Schreibweise)
Genre
Drama
 
Italien/Frankreich 1963
 
138 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
23.05.1963 ( D )
 
 
Regie
Federico Fellini
Darsteller
Antonio Acqua, Bruno Agostini, Anouk Aimée, Guido Alberti, Gideon Bachman, Maria Antonietta Beluzzi
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
10,0 (Filmreporter)
10,0 (1 User)
Claudia Cardinale, Achteinhalb, Otto e mezzo, 8 ½ (Szene) 1963StudioCanal Germany
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Meisterhaftes Selbstporträt von Federico Fellini

Regisseur Guido Anselmi (Marcello Mastroianni) steckt in der Krise. Die Vorbereitungen für seinen neuen Film laufen auf Hochtouren, im Studio wird die gewaltige Kulisse einer Raketenstartrampe gebaut. Doch ihm will absolut keine Idee einfallen, wie er die Story umsetzen soll. In seiner Verzweiflung zieht er sich in einen Kurort zurück. Mit der Ruhe ist aber schnell vorbei. Innerhalb weniger Stunden finden sich der Produzent, der Drehbuchautor, Anselmis Frau und seine Geliebte ein und zerren an seinen Nerven. Er flüchtet sich in Tagträume, in denen er in seinen Erinnerungen schwelgt oder seine Wünsche und Phantasien auslebt. So rächt er sich an seiner Schwägerin, die ihn einen Schaumschläger nennt. Lässt einen Kritiker erhängen. Oder er träumt sich in einen Harem.

Bald verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Realität. Trotzdem bläst er den Dreh nicht ab. Bevor die erste Klappe fällt, bestürmen ihn Journalisten, alle Geheimnisse des neuen Projektes auszuplaudern. Erneut flieht Anselmi in einen Tagtraum, doch jetzt merken alle, dass ihn jegliche Inspiration verlassen hat.


Protagonist Guido gilt als das Alter Ego von Starregisseur Federico Fellinis. Er verarbeit in dem Meisterwerk seine eigenen Probleme, einen neuen Film auf die Beine zu stellen. Ihm fehlt zu dieser Zeit eine Idee, die Themen, die ihm vorschweben, in eine adäquate Handlung zu verwandeln. Dies hat der Meister auf die leichte Komödie übertragen, die Maßstäbe innovativen Erzählens setzt. Sie folgt weder normalen Strukturen noch hat sie eine Rahmenhandlung als Klammer für die absurden Ereignisse und Gedanken. Stattdessen springt der Film wild und übergangslos zwischen Realität und Traumebene, die Verwirrung Anselmis spürt der Zuschauer in jeder Sekunde.

Sein fabelhaftes Selbstporträt und Befreiungsschlag in der eigenen Schaffenskrise charakterisiert Fellini zu Lebzeiten selbst als "Mittelding zwischen einer unzusammenhängenden psychoanalytischen Sitzung und einer etwas planlosen Gewissenserforschung".
Achteinhalb, Otto e mezzo, 8 ½ (querG) 1963StudioCanal Germany
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