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The Angelic Conversation

Originaltitel
The Angelic Conversation
Genre
Experimentalfilm
 
Großbritannien 1985
 
78 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Regie
Derek Jarman
Darsteller
Dave Baby, Timothy Burke, Simon Costin, Judi Dench, Christopher Hobbs, Philip McDonald
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
5,0 (Filmreporter)
10,0 (1 User)
Angelic Conversation, The (DVD)Salzgeber
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Derek Jarman adaptiert Shakespeares Sonette

William Shakespeare und die Liebe. Derek Jarman untersucht 14 Sonette des englischen Poeten nach homoerotischen Inhalten ab. Ein Sonett besteht aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die mit Hilfe von Jarmans visueller Kollage surrealistische und eindringliche Darstellungen erzeugen. Dabei vertraut der Brite ganz auf die expressive Kraft von Bild und Ton. In einem persönlichen Diskurs über Leben und Tod, Anziehung und Distanz, Schönheit und Vergänglichkeit lässt er Bekannte und Freunde wie Timothy Burke oder Dave Baby auftreten.

Die jungen Männer blicken durch Fenster, klettern über felsige Geländer, salben sich mit Wasser und Küssen im Einklang mit dem Ticken der Standuhr oder dem Kreischen der Möwen. Größtenteils auf der ostenglischen Isle of Grain, an der Mündung der Themse, realisieret, verbreitet eine geheimnisvolle Landschaft ihren düsteren Charme.


Dem britischen Filmregisseur und Künstler Derek Jarman gelingt 1986 mit "Caravaggio" ein Meilenstein der schwulen Filmgeschichte. Homosexualität und Kunst dienen ihm als Antrieb für seine Arbeit. Dabei zeichnet ihn ein hoher Grad an Experimentierfreudigkeit aus. In betont subjektivistischer und unkonventioneller Weise wird sein Hang zur ritualisierten Magie auch in "The Angelic Conversation" deutlich.

Seine Experimente mit Licht, Farbe und Bilderschichtungen rücken ihn in den Rang eines filmischen Malers. Judi Dench liest die 14 Tonstücke William Shakespeares mit echoartiger Stimme. Dabei wird sie von den Klang- und Tonteppichen der britische Avantgarde-Band Coil unterstützt. Von sich entzückt verbreitet das Werk eine verstörende Poesie, die in groben, teilweise verschleierten Bildern visualisiert wird. Das ergibt eine experimentelle, sakrale und düstere Inszenierung. Letztendlich krankt die stilistisch wertvolle Darstellung nur etwas an ihrem Mangel an Substanz. Aus diesem Grund hinterlässt sie bei manchem Zuschauer anstrengende Langeweile.
Angelic Conversation, The (Quer)Salzgeber
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