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Am Tag als Bobby Ewing starb

Am Tag als Bobby Ewing starb

Originaltitel
Am Tag als Bobby Ewing starb
Genre
Drama
Land /Jahr
Deutschland 2005
 
92 min, ab 6 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
02.06.2005 ( D ) bei Jetfilm
Regie
Lars Jessen
Darsteller
Jens Münchow, Peter Heinrich Brix, Luise Helm, Richy Müller, Nina Petri, Franz Dinda
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IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
9,0 (1 User)
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenGalerieInterviewDVDsbewerten
Bobby Ewing war das sympathischste Mitglied der Ewings, jener texanischen TV-Farmerfamilie, die durch Ölfunde zu schier grenzenlosem Reichtum gelangte. Die Schicksalsschläge der Ewings wurden ab 1978 in 349 Folgen der Mutter aller TV-Soaps unter dem Titel "Dallas" auch auf deutschen Bildschirmen ausgestrahlt. Auf dem ersten Blick hat Bobby Ewing nichts mit dem Atomkraftwerk in Brokdorf zu tun, doch das täuscht. Peter (Peter Lohmeyer) ist der Anführer der letzten und einzigen Landkommune, die friedlich gegen den Bau eben jenes Atomkraftwerks protestiert. Eines Tages gesellen sich mit Hanne (Gabriela Schmeide) und deren 17-jähriger Sohn Niels (Franz Dinda) zwei bürgerliche Städter hinzu. Hanne, die seit ihrer Scheidung praktisch mittellos ist, lebt sich schnell ein und lernt die Vorzüge von Urschreitherapie und Lustfördernden Tantraspielen zu schätzen. Niels tut sich dagegen mit den WG-Dogmen des neuen Zuhauses schwerer, findet jedoch immerhin Kontakt zur Dorfjugend und verliebt sich prompt in die Bürgermeistertochter. Eigentlich lehnen die Kommunarden das imperialistische Amerika ab, doch die Meisten von ihnen sind trotzdem leidenschaftliche Fans der TV-Soap "Dallas". Am Abend als der beliebte Bobby Ewing den Serientod stirbt kommt für die Kommune auch der unerwartete Supergau: Im weit entfernten Atomkraftwerk Tschernobyl explodiert ein Reaktor.
Ohne die AKW-Protestbewegung der frühen 1980er Jahre durch den Kakao zu ziehen ist Regisseur Lars Jessen mit "Am Tag als Bobby Ewing starb" ein unterhaltsames, augenzwinkerndes Portrait der Öko- und Friedensbewegung gelungen. Die Charakteren wirken bei all ihrer besserwisserischen Naivität und Widersprüchlichkeit sympathisch und authentisch. Die Detailtreue mit der die Handlungsorte gestaltet und rekonstruiert wurden, garantiert beim Betrachter das eine oder andere Deja-vu-Erlebnis. Jessen, der an der Entwicklung des Drehbuchs beteiligt war, verbrachte wie die Hauptfigur Niels mehrere Jahre seiner Kindheit in einer Kommune und konnte aus seinen Erfahrungen Ideen für die Figurengestaltung schöpfen. Trotz ihres durchgehend amüsanten Untertons bietet die Komödie jedoch durchaus Freiraum für ernsthafte Betrachtungen. Peter Lohmeyer als egozentrischer Kommunenhäuptling und Richy Müller als abtrünniger Pazifist geben mit ihren gegensätzlich angelegten Charakteren zwei unterschiedlich zu bewertenden Bilder der 68er.
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Ohne die AKW-Protestbewegung der frühen 1980er Jahre durch den Kakao zu ziehen, hat Regisseur Lars Jessen ein unterhaltsames, augenzwinkerndes Portrait der Öko- und...
Interview:
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2021