Die Reise der Pinguine

Originaltitel
La Marche de l'empereur
Genre
Dokumentarfilm
 
USA/Frankreich
 
86 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
13.10.2005 ( D | CH ) bei Kinowelt Filmverleih
Regie
Luc Jacquet
Darsteller
Charles Berling, Romane Bohringer, Morgan Freeman, Jules Sitruk
Homepage
http://www.diereisederpinguine.de/
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IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
6,0 (5 User)
Die Reise der PinguineKinowelt
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Anrührender Einblick in die Tierwelt

Als "Volk der Verdammten" bezeichnet Regisseur Luc Jacquet die Kaiserpinguine. Diese erstaunliche Vogelart nimmt ungeheure Strapazen auf sich, um mit ihren Nachkommen zu überleben. Alles fängt mit einer anstrengenden Wanderung durch das ewige Eis an. Wie durch Zauberhand gelenkt, treffen sich unzählige Kaiserpinguinkolonien nach 20 Tage in einer sicheren, von Granitfelsen umgebenen Oase. Noch nie hat ein Stamm, trotz wandernder Eisberge und den extremen Wetterverhältnissen, diesen Ort verpasst. Dort finden sich Paare für das kommende Jahr und tanzen den "Hochzeitstanz".

Die Partner sind in dieser klirrenden Kälte aufeinander angewiesen. Die Elternpinguine übergeben sich abwechselnd das Junge, um selbst den langen Marsch zum Ozean auf sich zu nehmen. Denn sie brauchen viel Nahrung, um zu Kräften zu kommen und das Junge zu füttern. Doch jede Übergabe und jeder Marsch birgt enorme Risiken. Die größten Gefahren sind neben der Eiseskälte die peitschenden Schneestürme. Ein Jahr lang hat der Filmemacher unter Einsatz seines Lebens das Abenteuer dieser treuen und ausdauernden Eisvögel verfolgt. Vielen Dank dafür, denn so ermöglicht er uns einen kleinen Einblick in eine bemerkenswerte Liebesbeziehung angesiedelt am Ende der Welt.


In der Oase bedeutet die hintere schwarze Seite Hunger, die vordere weiße dagegen Futter. Dass Lernen die kleinen Kaiserpinguinbabys zusammen mit dem Zuschauer sehr schnell. Abwechselnd sehen sie ihre Elternteile geschwächt gehen und gestärkt wiederkommen, solange bis sie stark genug sind, um selbst dem Ruf des Ozeans zu folgen. Luc Jacquet verleiht seinen drei Protagonisten - Pinguin Mutter, Vater und Kind menschliche Stimmen. Das klingt komisch? Ist es aber nicht. Es ist vielmehr unterhaltsam, informativ und lehrreich.

Der Regisseur lässt genug Raum für die Schreie der Vögel, ruhige Momente, um die Bilder wirken zu lassen und für Musikuntermalung. Apropos: Auch der Soundtrack ist durchaus der Rede Wert. Emilie Simon macht mit ihrer mädchenhaften, klaren Stimme die Kälte, Schönheit und Verlassenheit der Eiswüste hörbar. Sie erinnert vage an Björk, ist aber eingängiger. Die Bilder werden unaufdringlich kommentiert und intensiviert. Da das Gesehene auch ohne den Score eine enorme Wirkung erzielt, ist die Musik eine wunderbare Bereicherung. Das Filmteam begleitete ein Jahr lang die Pinguine und hat ca. 120 Stunden aus der eisigen Welt geborgen. Daraus ist ein knapp neunzigminütiger Film geworden, der perfekte zu bieten hat. "Die Reise der Pinguine" ist beeindruckend, berührend, lehrreich, unterhaltsam und überwältigend. Sein Erfolg spricht Bände. In den USA hat er es unter die Top 10 der Kinocharts geschafft und in den ersten vierzehn Wochen über 70 Millionen Dollar eingespielt. Das ist beinahe viermal die US-Gesamteinspielsumme von "Bowling for Columbine".
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2021