Die Klavierspielerin
Die Klavierspielerin

Die Klavierspielerin

Originaltitel
Die Klavierspielerin
Genre
Drama
Land /Jahr
Österreich, Frankreich 2001
 
130 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
11.10.2001 ( Kino Deutschland ) bei Concorde Filmverleih
Regie
Darsteller
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IMDB
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|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
6,0 (3 User)
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenMeinungNewsDVDs
Michael Haneke veriflmt Jelinek-Roman
Erika und ihrer Mutter (von Annie Girardot) teilen nicht nur die miefige Wohnung miteinander, sondern auch das wuchtige Ehebett. In ihrem wahnhaften Kampf um Nähe und Macht halten sich die beiden Frauen gegenseitig am Leben und vom Leben fern. Tags arbeitet Erika als Klavierprofessorin, eine kalte, unerbittliche Lehrerin. Ihre freien Stunden, in denen sie sich der kontrollierenden Mutter durch Lügen entzieht, streift sie als Voyeurin durch die Stadt. Beobachtet Liebespaare im Autokino oder in der Einzelkabine des Pornoshops das geile Treiben auf der kleinen Leinwand.
Die Klavierspielerin, der neue Film von Michael Haneke, ist ein großer Auftritt von Isabelle Huppert. Denn man folgt dieser Geschichte vor allem der Hauptdarstellerin wegen wie gebannt bis zu ihrem schrecklichen Ende, allen blutigen und ekligen Grausamkeiten zum Trotz. Huppert gelingt es, unterstützt durch die kongeniale Synchronstimme von Corinna Harfouch, das gesamte sprachliche Repertoire von Elfriede Jelineks gleichnamigem und dem Film zugrunde liegenden Roman durch ihre Blicke und hart hervorgepressten Sätze, in ihrer Mimik und Körperhaltung zum Ausdruck zu bringen. Mehr noch: Sie verleiht der Figur dieser tyrannischen und tyrannisierten Tochter Facetten, die über die Erika Kohut des Buches hinausgehen. Denn während Jelineks Perspektive und Sprachgestus zwar konsequent eisig, denunzierend, von mitleidloser Ironie - darin aber auch eintönig - ist, wird der enge Zusammenhang zwischen Sadismus und Selbstquälerei, Perfektionismus und Haltlosigkeit, hybrider Arroganz und dem Bedürfnis nach Unterwerfung durch Hupperts nuancenreiches Spiel permanent spürbar. Hanekes Klavierspielerin wurde in Cannes dieses Jahr der große Preis der Jury zuerkannt, die beiden Hauptdarsteller erhielten je eine Silberne Palme. Hanekes Verfilmung von Jelineks Roman ist so gelungen, weil sie ihm durch die Radikalität des Kamerablicks und die sinnliche Präzision der Figuren und inneren Prozesse eine Tiefenschärfe verleiht, die der Text so nicht hat.
Gabriele Michel/Filmreporter.de
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2021