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Snow Cake

Originaltitel
Snow Cake
Alternativ
Snowcake (Schreibweise)
Genre
Drama
 
Großbritannien/Kanada 2005
 
112 min, ab 6 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
02.11.2006 ( D | CH | A ) bei Kinowelt Filmverleih
 
 
Regie
Darsteller
Homepage
Links
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brilliant  10|
9,3 (3 User)
7,0 (Filmreporter)
Kinowelt

Alex (Alan Rickman) ist kein sonderlich redseliger Engländer. Er hat es auf kanadischen Straßen nicht leicht. Nicht nur, dass das Lenkrad auf der falschen Seite ist und man ihm auch noch ein Auto mit Automatikgetriebe gibt, ausgerechnet ihn hat sich die lebenslustige Vivienne (Emily Hampshire) herausgesucht, um nach Hause zu trampen. Auf dem Weg durch das verschneite Ontario lernen sich die beiden näher kennen, entdecken einen gemeinsamen Sinn für Humor, Alex beginnt etwas aufzutauen. Genau im Moment der Annäherung kommt es zu einem schweren Unfall, den nur Alex überlebt. Den Schrecken noch in den Gliedern, macht er sich auf den Weg zu Viviennes Mutter. Linda (Sigourney Weaver) reagiert jedoch nicht wie erwartet auf die Nachricht vom Tod ihrer Tochter. Ihr Autismus schützt sie vor dem normalen Trauerzeremoniell, das nicht in ihre Sicht der Welt passt. Als Alex erkennt, wie sehr Lindas Welt ohne Vivienne aus ihrem normalen Rhythmus gebracht wird, beschließt er einige Tage zu bleiben. Dabei kommen sich die beiden Einzelgänger auf ihre ganz persönliche Art nahe.


Schon für "Galaxy Quest" standen Sigourney Weaver und Alan Rickman gemeinsam vor der Kamera. Sie beweisen auch in "Snow Cake", dem Eröffnungsfilm der Berlinale 2006, dass sie zu den Besten ihres Fachs gehören. In der Geschichte von Autorin Angela Pell, die selbst einen autistischen Sohn hat, gibt es viele schöne Momente. Etwa auf dem Trampolin, wo Alex der autistischen Protagonistin ein Zugeständnis entlockt. Aus Alex' britische Herkunft und seine Unbedarftheit konstruiert der walisischen Regisseur Marc Evans den einen oder anderen Schmunzler. Gekonnt hält er die Balance zuwischen grotesken, absurden, bedrückenden und komischen Momenten. Dabei sind vor allem die Hauptdarsteller Sigourney Weaver und Alan Rickman hervorzuheben, die in ihren Rollen wirken, als wären sie ihnen auf den Leib geschrieben. Aber auch Emily Hampshire überrascht durch eine ungewöhnlich starke Präsenz. Doch Evans stellt sich auch ernsten Themen. Die Frage nach Schuld zieht sich durch das ganze Stück - auch in der Dramaturgie macht er es den Figuren nicht leicht. Nie ist etwas einfach nur lustig. Ganz plötzlich, ohne jede Vorwarnung kann es in das Gegenteil umschlagen.

In "Snow Cake" scheinen zwei Welten aufeinander zu prallen. Ein stiller Eigenbrödler trifft auf eine Frau, die nicht nur sagt, was sie denkt, sie macht all die Dinge, die sie machen will. Sie hinterfragt nichts. Sie nimmt das Leben wie es kommt, solange es mit ihren Regeln vereinbar ist. Für Sigourney Weaver ist es kein Film über Autismus, sondern ein Portrait einer "einzigartige Frau, die auch autistisch ist". Bei der Vorbereitung auf ihre Rolle traf sie auf Menschen, die ihr nicht nur halfen, die Welt eines Autisten zu verstehen: "Ich lernte zu sehen und zu spielen und wieder Freude, in kleinen Dingen zu finden". So ist es am Ende auch egal, von wo Alex herkommt und was sein Ziel ist. Einzig die Begegnung mit Linda ist von Bedeutung.
Snow Cake
Trailer: Snow Cake
Alex (Alan Rickman) ist kein sonderlich redseliger Engländer. Er hat es auf kanadischen Straßen nicht leicht. Nicht nur, dass das Lenkrad auf der falschen Seite ist und man...  Clip starten

Galerie: Snow Cake
Schon für "Galaxy Quest" standen Sigourney Weaver und Alan Rickman gemeinsam vor der Kamera. Sie beweisen auch in "Snow Cake", dem Eröffnungsfilm der Berlinale 2006, dass sie...
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