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Romanzo criminale

Originaltitel
Romanzo criminale
Alternativ
'Kriminaltango
Genre
Drama, Krimi
 
Italien/Frankreich/Großbritannien 2005
Medium
Kinofilm
Regie
Darsteller
Links
|0  katastrophal
brilliant  10|
10,0 (1 User)
4,0 (Filmreporter)
Edel:Motion
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

Gangsterdrama über Gewalt und Freundschaft

Eine Gruppe Jugendlicher stiehlt ein Auto, wird von der Polizei verfolgt, überrollt an einer Straßensperre einen Carabinieri und rammt ein Polizeiauto. Doch die Flucht gelingt zunächst und die zum Teil verletzten 13 bis 16-Jährigen finden in einem kleinen Wohnwagen Unterschlupf. Doch die Polizei findet die Gruppe schnell und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Jahre später sind aus dem Libanesen (Pierfrancesco Favino), dem Eiskalten (Kim Rossi Stuart) und Dandy (Claudio Santamaria) brutal agierende Kriminelle geworden, die mit einer Bande von anderen Möchtegernschurken einen reichen Firmenbesitzer entführen. Anstatt die Geisel wieder frei zu lassen, erschießen sie sie und investieren das Lösegeld in Heroin- und andere dunkle Geschäfte. So entwickeln sie sich langsam aber zielstrebig zu einem brachialen, römischen Verbrecher-Syndikat, das viele Konkurrenten auf die brutalstmögliche Weise ausschaltet und die fast alleinige Kontrolle über den Drogenhandel übernimmt. Commissario Scialoja (Stefano Accorsi) versucht jahrelang der Bande die Gräueltaten zu beweisen und sie endlich (wieder) hinter Gitter zu bekommen. Scialoja lässt sich bei den Recherchen mit der hübschen Prostituierten Patrizia (Anna Mouglalis) ein. Die ist Dandys Geliebte und hin und her gerissen zwischen den beiden Männern. Doch Verrat kommt für sie nicht in Betracht - dafür sind andere zuständig...


Darsteller und Regisseur Michele Placido ("Allein gegen die Mafia") inszeniert eine interessante Sicht auf das Rom der 1960er Jahre. Es ist eine Periode, wo selbst kleine Schurken die Chance haben, zu großen Bossen der Unterwelt aufzusteigen. "Romanzo Criminale" schildert die Rachefeldzüge und Morde der Gangster nicht als abscheuliche Gräueltaten. Dadurch, dass sein in epischer Breite erzählte Mafiageschichte in der Kindheit der Killer einsetzt, wird schon zu Beginn eine Sympathie aufgebaut, die sich durch die Illustration der menschlichen Schwächen jeder einzelnen Figur sogar noch festigt.

Wie bei Francis Ford Coppolas "Pate" werden die Gewaltszenen nicht explizit gezeigt und verlieren somit an Schrecken. Der Zuschauer leidet mit den Verbrechern, allen vorran mit dem Eiskalten, einfühlsam gespielt von Kim Rossi Stuart. Er bildet das Pendant zu Coppolas Don Corleone, welcher am Ende einsam und alleine die gesamte Sympathie der Zuschauer für sich einnimmt, obwohl er mehr als ein Dutzend Leute umbringen lässt. Doch Placido zieht sein Thema merklich in die Länge. Doch über all das könnte man Dank der ausgezeichneten Darstellung seiner Schauspieler hinwegsehen, wären da nicht die Massen an Nebendarstellern. Sie verwirren und schnell verliert der Zuschauer die Übersicht. Hier wäre es besser gewesen, sich an den Grundsatz - weniger ist oft mehr - zu halten. "Romanzo criminale" ist ein spannender Mafiaepos - fürs Fernsehen. Fürs Kino bietet Placido einfach zu wenig Neues, weder seine Filmsprache noch sein Blick auf das organisierte Verbrechen können bekannte Klischees und Bilder aufbrechen.
Romanzo Criminale
Edel:Motion
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