Der Tintenfisch und der Wal - 2005 | FILMREPORTER.de
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Der Tintenfisch und der Wal

OriginaltitelThe Squid and the Whale
GenreKomödie, Drama
Land & Jahr USA 2005
FSK & Länge 81 min.
KinoDeutschland
AnbieterSony Pictures
Kinostart11.05.2006
RegieNoah Baumbach
DarstellerAlan Wilkis, Jo Yang, James Hamilton, Adam Rose, Henry Glovinsky, Eli Gelb
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsNewsGalerieDVDsbewerten

Es kann sehr stimulierend sein, im fruchtbaren Umfeld intellektueller Eltern aufzuwachsen. Noah Baumbachs Familiendrama zeigt jedoch, dass der Schatten, aus dem es herauszutreten gilt, auch zu groß sein kann. Als der zwölfjährige Frank (Owen Kline) und sein sechzehnjähriger Bruder Walt (Jesse Eisenberg) erfahren, dass sich ihre Eltern scheiden lassen wollen, bricht für die Jugendlichen eine Welt zusammen. Der angesehene, aber erfolglose Romanautor Bernard Berkman (Jeff Daniels) und die aufstrebende Autorin Joan (Laura Linney) haben sich auseinander gelebt. Ihre Ehe ist an einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Das macht bereits die Eingangssequenz auf dem Tennisplatz deutlich, in der sich die Eheleute in der Aggressivität ihres Spiels in nichts nachstehen. Also zieht Bernard aus - Kinder und Katze werden aufgeteilt. Das führt dazu, dass Frank fortan bei seiner Mutter, und Walt nei seinen Vater wohnen müssen. Doch die Trennung geht nicht spurlos an den Kindern vorbei. Während der kleine Frank Masturbation und Alkohol für sich entdeckt, ist Walt in seiner ersten Beziehung vollkommen verunsichert. Er misst das Mädchen mit den Maßstäben seines omnipräsenten Vaters. Die Emanzipation von dem Familienchaos ist für die Brüder nicht einfach.
Regisseur Noah Baumbach wuchs selbst im Schatten erfolgreicher, intellektueller Eltern auf. Diese Erfahrungen lässt er in sein Familiendrama einfließen, welches mit Jeff Daniels) und Laura Linney hochkarätig besetzt ist. Daniels spielt den sorgenden, aber in seinem Ego gefangenen Vater und Literaten uneitel, in Gestik und Mimik zurückgenommen - sehr authentisch. Baumbachs Figur zeigt realistische Stärken und Schwächen, weshalb man sie ihm auch abnimmt. Dies ist auch der Grund, weshalb man sich mit keinem der Protagonisten so recht identifizieren mag. Sie sind zu fehlerhaft und echt. Egal ob der egozentrischer Vater, die fremdgehende, aber liebevolle Mutter, der masturbierende Zwölfjährige oder der ständig seinen Vater imitierender sechzehnjähriger Sohn. Sie alle sind noch nicht bei sich angelangt oder haben sich verloren. Die verwackelte Kamera, die unspektakulären Lichtverhältnisse und die fast nicht vorhandene Maske verstärken den authentischen Eindruck des Familiendramas. "The squid and the whale" ist benannt nach dem musealen Ausstellungsstück einem von einer Krake getöteten Wal. Das Drama wurde beim Filmfest in Sundance gleich zweifach ausgezeichnet. Überraschend ist das nicht - egal ob man mit dem Tintenfisch oder dem Wal sympathisiert.

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