20th Century Fox
Wall Street (1987)

Wall Street

Originaltitel
Wall Street
Regie
Oliver Stone
Darsteller
Charlie Sheen, Tamara Tunie, Franklin Cover, Chuck Pfeiffer, John C. McGinley, Hal Holbrook
Kinostart:
Deutschland, am 18.02.1988 bei 20th Century
Genre
Drama
Land
USA
Jahr
1987
FSK
ab 12 Jahren
Länge
125 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
8,0 (2 User)
Gierig, gieriger, Börsenmakler!
Börsenmakler Bud Fox (Charlie Sheen) hat es satt, eine Liste von Kunden abzutelefonieren, um ihnen Aktien schmackhaft zu machen. Er träumt von einer Karriere, die ihn am Spiel der reichen Eliten teilhaben lässt. Einer von ihnen ist der Broker-Star Gordon Gekko (Michael Douglas), der Millionen mit spektakulären Übernahmen machte.

Mit etwas Glück macht Fox dessen Bekanntschaft und versorgt ihn mit einem ersten kleinen Tipp. Bald ist er Teil eines Insiderhandelssystems, in das er alte Bekannte mit hineinzieht. Sie machen Millionen, doch der Preis für Fox phänomenalen Aufstieg ist hoch. Er gibt Gekko Informationen zur Fluglinie Bluestar weiter, damit der die Mehrheit der Aktien übernimmt. Doch statt sie zu sanieren, wie er Fox und den Gewerkschaften versprochen hat, will er sie zerschlagen und sich die Millionenschwere Pensionskasse aneignen. Tausende Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz und ihre Altersvorsorge, darunter auch Fox Vater (Martin Sheen).
Oliver Stone widmet "Wall Street" seinem verstorbenen Vater, der an der Börse als Broker tätig war. Als Vorbild für Bud Fox und Gordon Gekko dienen ihm die Börsenmakler Ivan Boesky und Carl Icahn, deren windiges Geschäftsmodell und Schicksal von Douglas Frantz in "Mr. Diamond" und James B. Steward in "Club der Diebe" beschrieben wird.

Akribisch beschreibt Stone in seinem Film die Gier nach Reichtum und später nach Erhalt der Macht als Triebfeder des Handelns von Börsenspekulanten und stellt ihrem Tun mit Fox Vater das Schicksal eines Betroffenen gegenüber, der sein Einkommen und seine Kreditwürdigkeit verliert. Der linke Filmemacher, der selbst in einer Szene auftaucht, macht mehrmals unmissverständlich klar, auf welcher Seite er steht und dass er die Betrügereien an der Börse für einen Teil des verrotteten amerikanischen Wirtschaftsmodells hält.

Diese Grundkonstellation mag didaktisch klingen, der Film funktioniert aber sowohl als Familienkonflikt als auch als faszinierender Blick durchs Schlüsselloch der schillernden Finanzwelt. Er wird zudem von zwei brillanten Schauspielern getragen. Für seine Darstellung des skrupellosen Gordon Gekko wurde Michael Douglas mit seinem zweiten Oscar ausgezeichnet. Daryl Hannah, die Fox Freundin spielt, wurde hingegen mit der Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin verspottet. Das ist nicht ganz gerecht, hat sie doch kaum Futter, um mit als das Klischee der schönen, selbstsüchtigen Begleiterin zu erfüllen und ihrer Figur Leben einzuhauchen.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de
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