Man muss mich nicht lieben - 2005 | FILMREPORTER.de
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Man muss mich nicht lieben

OriginaltitelJe ne suis pas là pour être aimé
GenreKomödie, Drama, Musical
Land & Jahr Frankreich 2005
FSK & Länge ab 0 Jahren • 93 min.
KinoDeutschland
AnbieterKool Filmdistribution
Kinostart20.07.2006
RegieStéphane Brizé
DarstellerTara Valdès, Géraldine Loubet, Laurent Cotillard, Iris Besse, Yves Lambrecht, Cynthia Faure
Homepage https://http://www.koolfilm.de/NotHer...
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Ein Mann steigt schwer atmend die Treppe hinauf. Ab und zu macht er eine kurze Pause machen, um Luft zu bekommen. Gerichtsvollzieher Jean-Claude Delsart (Patrick Chesnais) ist 50 Jahre und auf dem Weg zur Arbeit. Seinen Job verrichtet er genauso emotionslos, wie sein Leben. Einmal die Woche besucht er seinen sauertöpfischen Vater (Georges Wilson), von dem er seine Gefühlskälte geerbt zu haben scheint, im Altersheim. Das Verhältnis von Vater und Sohn ist von Spannungen geprägt. Der Vater lässt kein gutes Haar an seinem Sohn, der noch nicht einmal die richtigen Pralinen kaufen kann. Doch etwas hat sich in Jean-Claudes Leben verändert. Vielleicht die Tangomusik, die immer von der Tanzschule gegenüber seines Büros herüberschallt. Er hat die Beleidigungen seines Vaters satt, erleidet einen seiner seltenen Gefühlsausbrüche und lässt den Vater in seiner selbstverschuldeten Einsamkeit allein. Jean-Claude leidet unter dem schlechten Verhältnis, ist jedoch unfähig, sich seinem Sohn Jean-Yves (Cyril Couton) gegenüber besser zu verhalten. Diesen hat er soeben zu seinem Kompagnon ernannt und nach einer kargen Feier in ein kaltes Büro abgeschoben. Jean-Claudes Leben beginnt sich erst etwas zu entfalten, als er auf Anraten seines Arztes Tango-Stunden nimmt. Hierbei lernt er Françoise (Anne Consigny) kennen. Die beiden entwickeln eine leise Zuneigung zueinander. Jean-Claude bemerkt bald, dass auch er Gefühle haben kann. Allerdings wird ihm auch klar, dass es nicht leicht ist, diese auch zu zeigen.
Regisseur Stéphane Brizé erzählt eine Geschichte, die wenig mit Hollywoodblockbustern gemein hat. Seine Figuren sind Menschen wie du und ich. Die grauen Bilder und die ruhige Montage entsprechen der Gefühlslage und dem Leben seines Protagonisten. Das Treppensteigen des Protagonisten wird trotz dessen Gefühlskälte in den vielen wiederkehrenden Einstellungen für den Zuschauer beinahe ebenso zur Qual wie für diesen. Man hat das Gefühl, dass er niemals oben ankommen wird. Im Film wird das Treppensteigen zu einem bestimmenden Motiv für dessen Unfähigkeit, sich Gefühle einzugestehen oder sie zu zeigen. Patrick Chesnais verkörpert den Mann, der seine besten Jahre schon lange hinter sich hat, großartig. Man nimmt Jean-Claude ab, dass er eigentlich gern anders wäre, aber einfach nicht aus seiner Haut kann. Der Zuschauer empfindet die gleiche Wut über die weggeworfenen Tennispokale wie er. Entgegengesetzt ist die Figurenzeichnung bei Françoise. Anne Consigny spielt die verletzliche, zu allen freundlich und höfliche Frau mit der gehaltenen Zurückhaltung. Brizé nimmt seine Charaktere ernst, ihm gelingt, die Sympathien der Zuschauer auf sie zu ziehen. Die Figuren wirken, als würde ihr Leben nur auf Sparflamme brennen - man möchte ihnen zurufen: Fang doch an zu leben!
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