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Shortbus

Originaltitel
Shortbus
Genre
Drama
 
USA 2006
 
101 min, ab 18 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
19.10.2006 (D) bei
Senator Film Verleih
Regie
Darsteller
Homepage
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|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Shortbus""
Senator Film
Inhalt/Kritik • Cast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

Zwischen Hardcore-Porn und Psychogramm!

Beziehungsberaterin Sofia (Lee Sook-Yin) hatte noch nie einen Orgasmus. Die beiden Homosexuellen James (Paul Dawson) und Jamie (PJ DeBoy) wollen Pep in ihre langjährige Beziehung bringen und bitten sie um fachmännische Absolution für die freie Liebe. Sie probieren es mit Ceth (Jay Brannan), einem ehemaligen Model und Hobbysänger - und werden dabei per Fernrohr von dem Voyeurist Caleb (Peter Stickles) beobachtet. Während sich die Jungs einer wilden Orgie hingeben, hilft eine Domina (Lindsay Beamish) der verzweifelten Sofia bei der Suche nach dem ersten Höhepunkt. In dem anrüchigen Etablissement Shortbus treffen alle aufeinander. Hier balgt jeder mit jedem, eine gigantische Massenorgie, die just in dem Moment ihren Höhepunkt erreicht, als im Big Apple der Strom ausfällt.


Was wie ein Hardcore-Porno klingt, ist eigentlich ein komisches Drama - sorgte dennoch für den Skandal der Filmfestspiele von Cannes 2006. Das Konzept hinter "Shortbus" ist komplex und nicht ohne weiteres als Schund abzustempeln. Mit einer Mixtur aus expliziten Szenen, die freizügiger nicht sein könnten, und einer wohl durchdachten Charakterentwicklung liefert Regisseur John Cameron Mitchell eine Art pornographische Version von Woody Allens "Stadtneurotiker". "Sex ist wie eine DNA, er verbindet alle Aspekte des Lebens", erklärt Mitchell das Konzept hinter der Idee. Mindestens genauso skurril wie der Film ist die Geschichte des Castings: Mit Anzeigen machte er sich auf die Suche nach möglichen Darstellern, suchte statt echten Schauspielern lieber Menschen, "die schon immer mal Sex vor der Kamera ausprobieren wollten und nebenbei in der Lage wären, eine Version von sich selbst zu spielen."

Um Pärchen zuordnen zu können, mussten alle möglichen Kandidaten sich auf einer Nummernskala gegenseitig bewerten und angeben, mit wem sie zu Sex bereit wären. Der Titel "Shortbus", ursprünglich die Bezeichnung für die gelben amerikanischen Schulbusse, versteht sich in diesem Zusammenhang als Metapher für sein zusammen gewürfeltes Sammelsurium an normalen, absurden wie grotesken Charakteren.Mitchell inszeniert diese mit all ihren Abgründen, Obsessionen und Phantasien und schießt dabei manchmal entschieden über sein Ziel hinaus. Wo fängt stupide Pornographie an und hört die Kunst auf? "Shortbus" gibt darauf keine Antwort, sondern springt bewusst zwischen beiden Alternativen. Die Canadian Broadcast Cooperation war von der neu entdeckten Freizügigkeit ihrer Mitarbeiterin Lee Sook-Yin wenig angetan und schickte statt Blumen ein Entlassungsschreiben. Erst nach heftigen Protesten von Yoko Ono, Francis Ford Coppola und Gus Van Sant, zeigte man sich gnädig. Vorerst. Sex ist eben doch noch immer sehr kompliziert.
Shortbus
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