Pulse - Du bist tot bevor du stirbst
Kinowelt
Pulse - Du bist tot bevor du stirbst

Pulse - Du bist tot, bevor du stirbst

Originaltitel
Pulse
Genre
Horror
Land /Jahr
USA 2006
 
85 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
30.11.2006 ( Kino Deutschland | Kino Schweiz | Kino Österreich ) bei Kinowelt Filmverleih
Regie
Darsteller
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
1,0 (2 User)
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenMeinungTrailerGalerienDVDs
Wes Cravens apokalyptischer Hightech-Alptraum
Mattie (Kristen Bell) macht sich Sorgen. Ihr Freund Josh (Jonathan Tucker) meldet sich nicht. Auch die gemeinsamen Freunde haben ihn nicht gesehen. Sie entschließt sich bei ihm zu Hause nachzusehen. In dem düsteren Wohnblock angekommen gelingt es ihr, in die Wohnung des Freundes zu gelangen. Dort bietet sich ihr ein Bild des Schreckens. Unzählige Maden haben sich in der völlig heruntergekommenen Behausung eingenistet. Josh scheint nicht da zu sein, obwohl der Computermonitor noch flimmert.

Plötzlich taucht eine Gestalt hinter einem Plastikvorhang auf. Es ist Josh. Er scheint in einen Kampf verwickelt worden zu sein, denn sein Gesicht weist Spuren von Verletzungen auf. Ungeachtet seiner Freundin nimmt er sich ein Stück Kabel und geht ins Nebenzimmer. Mattie kann sich noch immer keinen Reim auf das Szenario machen und folgt ihm. Doch es ist zu spät. Der Körper ihres Freundes baumelt leblos von der Zimmerdecke. Mit diesem Zwischenfall beginnt ein tödlicher Cyber-Wahnsinn, denn bald darauf schickt der Verstorbene E-Mails an seine Freunde.
"Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los" klagt Johann Wolfgang von Goethes Zauberlehrling. Regisseur Jim Sonzero thematisiert das Motiv zeitgemäß. Seine Geschichte basiert auf dem japanischen Horrorfilm "Kairo" von Kiyoshi Kurosawa. Das umgeschriebene Drehbuch liefert Altmeister Wes Craven ("Scream - Schrei!"). Und der schickt in gewohnter Manier durchschnittliche Heranwachsende in einen persönlichen Albtraum.

Die attraktiven Protagonisten werden für ihre Oberflächlichkeit mit einer todbringenden Heimsuchung bestraft. Es beginnt ein beängstigendes Spiel mit dem Unterbewusstsein, in dessen Fortgang sich Traum mit Realität vermischt. Die neu geschaffene Ebene entfernt sich immer weiter von der realen Welt. Düstere Endzeitstimmung wird von der märchenhaften Allgegenwart der Elektronik heraufbeschworen. Hell-Dunkel-Kontraste mit schneller Bildabfolge machen aus den Schattenwesen gruselige Figuren. Erst die interpretatorischen Möglichkeiten lassen das Werk jedoch erstrahlen.

Craven hat eine Fabel kreiert, die einen möglichen Weg unserer übertechnisierte Zivilisation prognostiziert. Ein ironischer Aufruf, aktiv am Leben zu partizipieren, weil die Computerchips unseren Lebensmut rauben. Unter diesen Voraussetzungen funktioniert "Pulse" und bereitet seinen Zuschauern ein grusliges Vergnügen.
Timo Buschkämper, Filmreporter.de
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