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Die Liebenden

Originaltitel
Les Amants
Genre
Drama
 
Frankreich 1958
 
85 min, ab 18 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
13.03.1959 ( D )
 
 
Regie
Louis Malle
Darsteller
Claude Mansard, Gib Grossac, Jean-Claude Brialy, Pierre Frag, Lucienne Hamon, Patricia Maurin
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IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Die LiebendenPallas
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Louis Malles international erfolgreichstes Werk

Jeanne (Jeanne Moreau) langweilt sich mit ihrem Mann, dem reichen Zeitungsverleger Henri (Alain Cuny) in der Provinzstadt Dijon. Sie fährt deshalb häufig nach Paris, und besucht ihre Freundin Maggy (Judith Magre). Dort lernt sie den Polospieler Raoul (José Luis de Villalonga) kennen und beginnt eine Affäre mit ihm. Obwohl für Henri die Zeitung an erster Stelle steht, ist er doch verärgert, dass Jeanne immer wieder alleine nach Paris fährt. Um den Grund hierfür herauszufinden, lädt er all ihre gemeinsamen Pariser Freunde auf seinen Landsitz ein. Jeanne ist wenig begeistert - aber ihr bleibt keine Wahl. An dem Abend der Einladung hat Jeanne eine Autopanne und lernt hierbei den jungen Studenten Bernard (Jean-Marc Bory) kennen. Er bringt sie nach Hause, wo Henri den Helfer auffordert, mit den anderen Gästen über Nacht zu bleiben. Bei einem nächtlichen Spaziergang treffen sich Jeanne und Bernard zufällig im Park. Sie verbringen eine leidenschaftliche Liebesnacht miteinander. Am nächsten Morgen lässt Jeanne ihr sicheres aber langweiliges Leben hinter sich und bricht mit Bernard in eine ungewisse Zukunft auf.


Nach seinem erfolgreichen Spielfilmdebüt "Fahrstuhl zum Schafott" arbeitete Louis Malle erneut mit Jeanne Moreau und inszenierte sie in einem poetischen Film, der ganz auf das sexuelle Erwachen ihrer Figur zugeschnitten ist. Unterstützt wird dies durch die stilvollen Schwarz-Weiß-Bilder von Henri Decaë und der Musik von Johannes Brahms. "Die Liebenden" löste seinerzeit einen Skandal aus, allerdings nicht wegen seiner erotischen Freizügigkeit, sondern weil hier eine verheiratete Frau ungestraft Mann und Kind für ihren Liebhaber verlässt. Aus diesem Grund durfte das Drama seinerzeit nur in einer gekürzten Version ins Kino. Um nicht zu zeigen, dass Jeanne nicht nur ihren Ehemann, sondern auch ihre kleine Tochter zurücklässt, eliminierte die deutsche Verleihfirma alle Szenen, in denen das Kind zu sehen war! Auch eine Sequenz, die das Paar gemeinsam in der Badewanne zeigt, fiel der zensur zum Opfer. Kollege François Truffaut war von dem Film begeistert. Er bezeichnete ihn als aufregend, frei, intelligent, von absolutem Takt und perfektem Geschmack. So verwundert es nicht, dass "Die Liebenden" bei den Filmfestspielen von Venedig 1958 mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde.
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