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Yankee

Originaltitel
Yankee
Genre
Western
 
Italien/Spanien 1966
 
92 min
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
12.10.1967 ( D )
 
 
Regie
Darsteller
Links
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7,0 (Filmreporter)
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Yankee (DVD) 1966
Koch Media
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

Früher Italo-Western mit Kultpotenzial

Eine Eröffnungsszene mit Kultpotenzial: In der Abenddämmerung sitzen die Einheimischen im Saloon und trinken Bier. Mit einem selbstbewussten Lächeln in den Mundwinkeln sitzt ein Cowboy in der Ecke und beobachtet die Szenerie. Ein namenloser Fremder (Philippe Leroy) lässt sich rasieren, seine Augen sind unter dem Hut versteckt. Die junge Wirtin steht lasziv hinter dem Tresen, die weiße Bluse enthüllt ihren üppigen Busen mehr, als dass sie ihn kleidet. Die lässige Stimmung wird durch einen Maskierten unterbrochen. Er reitet in den Raum und verlangt stillschweigend nach Geld. Der Fremde und der Cowboy schießen auf den dreisten Räuber, die Kugel des Unbekannten ist aber schneller. "Für nichts, gibt es nichts", kommt die knappe Antwort, als der vorlaute Cowboy seine paar Dollar will. "Es wird nicht geteilt", lehnt der Unbekannte ein zweites Mal ab und reitet davon. In dem Grenzgebiet zwischen Mexiko und New Mexiko herrscht der exzentrische Große Concho (Adolfo Celi) und seine Bande. Kurzerhand schließt er sich den Ganoven an, und legt einen Cowboy nach dem anderen um, denn sein Ziel ist das Kopfgeld, das er für die ganze Bande bekommen wird. Doch dann macht er einen verhängnisvollen Fehler, als er Conchos Frau entführt.


Der Teufel steckt im Detail: Regisseur Tinto Brass inszeniert den Italo-Western nach allen Regeln der Kunst. Nahaufnahmen der stahlblauen Augen des Hauptdarstellers, Cowboystiefel, deren Sporen wie Todesglocken klingen, zitternde Hände und wippende Frauenlippen sind nur einige Details, die "Yankee" zum Schmankerl für die Fans macht. Philippe Leroy verleiht dem gnadenlosen Kopfgeldjäger dank seiner versteinerten Miene extreme Coolness. Die religiösen Bezüge sind nicht zu übersehen: so verstecken sich die Banditen in einem Kloster und trinken aus einem Kelch der Sakristei. Luiz (Tomás Torres) verrät wie Judas seinen Herrn. Yankee wird auf einem Rad gekreuzigt, während die Bande im Stil des letzten Abendmahls speist. Feuer wird in Bezug mit Reinigung und Vernichtung gebracht. Sind diese Anspielungen ironisch oder wird die Brutalität in einen philosophischen Kontext gestellt? Regisseur Brass vereint genial Gewalt und Erotik - in dieser Hölle dreht sich alles um Gold. "Yankee" kam 1966 in die Kinos und ist ein früher Höhepunkt des Italo-Westerns.
Yankee (Quer)
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