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Papst Johanna

OriginaltitelPope Joan
GenreDrama
Land & Jahr Großbritannien 1972
FSK & Länge 111 min.
KinoDeutschland
RegieMichael Anderson
DarstellerKurt Christian, Keir Dullea, Maximilian Schell, Philip Ross, Duncan Lamont, Manning Wilson
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

Psychologisches Portrait einer ungewöhnlichen Frau

Johanna (Liv Ullmann) reist mit ihrer Familie, um das Wort Gottes den Menschen nahezubringen. Ihr Vater (Jeremy Kemp) hat ihr das Lesen beigebracht, das rothaarige Mädchen trägt den staunenden Zuhörern die Bibel vor. Nach dem Tod ihres Vaters geht sie ins Kloster. Dort bekommt sie den Auftrag, eine Kopie des Heiligen Buches zu machen. Der Mönch - Bruder Adrian (Maximilian Schell) soll die Bilder für die Abschrift liefern. Johanna fühlt sich zu ihm hingezogen und macht erste verbotene Erfahrungen mit der körperlichen Liebe. Die Idylle wird brutal zerstört, als im Zuge eines Krieges um den Thron, Heiden das Kloster plündern. Johanna muss ansehen, wie ihre geliebten Schwestern vergewaltigt und umgebracht werden. Mit Hilfe von Adrian flieht sie nach Rom. Um nicht aufzufallen, verkleidet sie sich als Mönch. Ihre Straßenpredigten ziehen die Zuhörer in den Bann. Papst Leo IV. (Trevor Howard) will den begabten Redner kennen lernen. Johannas Aufrichtigkeit und ihr scharfer Verstand ebnen ihr den Karriereweg bis zum Kardinal. Tief in ihrem Herzen ist sie eine Frau, die sich auch noch in den Thronprätendenten Louis (Franco Nero) verliebt.
Die Geschichte basiert auf dem legendären Stoff über eine Päpstin aus dem 9. Jahrhundert. Die Wissenschaftler sind sich weitesgehend einig, dass die Überlieferungen nicht ganz der historischen Realität entsprechen. Trotz der Fiktivität der Figur, lebt sie im Drama zu einem vollblutigen Menschen auf. Liv Ullmann lässt in ihre Darbietung kindliche Naivität, religiöse Rigorosität und weibliche Sehnsucht nach Liebe einfließen. Franco Nero und Maximilian Schell verstärken das Akteurskollektiv. Das Drama ist aufwendig inszeniert: die Massenkampfszenen, die päpstlichen Gemächer sowie auch Roms Straßen wirken zeitgemäß und glaubwürdig. "Papst Johanna" ist nicht nur ein religiöses Drama, es ist die Geschichte einer Frau, die zwischen Liebe und Glauben zerrissen wird. Michael Anderson hält sich an konventionelle Erzählstrukturen, und beginnt seine Erzählung chronologisch mit Johannas Kindheit. Stilistische Experimente sind sehr zurückgenommen. Der Regisseur schafft eine emotional geladene Atmosphäre, die in ihren Bann zieht.

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