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Comrades in Dreams - Leinwandfieber

Originaltitel
Comrades in Dreams - Leinwandfieber
Alternativ
AT: Celluloid Dreams
Genre
Dokumentarfilm
 
Deutschland 2006
 
94 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
03.01.2008 ( D | CH ) bei Zorro Film
 
 
Regie
Uli Gaulke
Darsteller
Anup Jagdale, Lasanne Badiel, Yong-Sil Han, Penny Tefertiller
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
10,0 (1 User)
6,0 (Filmreporter)
Comrades in Dreams - Leinwandfieber (Kino)Zorro Film

Unterhaltsame Hommage an das Kino

Kinobetreiber Anup Jagdale braucht drei Lastwagen, um die Ausrüstung für sein riesiges Zeltkino zu transportieren. Jeden Sommer veranstaltet er ein Bollywood-Spektakel. Amerikanische Produktionen wie "Titanic" sind ebenfalls im Programm, ziehen jedoch nicht die Massen an. Denn die Leute wollen ihre Probleme auf der Leinwand thematisiert sehen; ein Schiff, das untergeht, ist zwar tragisch, hat aber wenig Identifizierungspotenzial in der indischen Provinz. Lasanne Badiel aus Burkina Faso setzt ebenfalls auf den US-Blockbuster. Die junge Frau, die kalte Limonade vor dem Kino verkauft, erzählt verträumt von der Liebe zwischen Jack und Rose. Lasanne und seine zwei Freunde leben seit der Schulzeit ihren gemeinsamen Traum, ein eigenes Kino zu besitzen. Ihr "Emergence"-Kino hat kein Dach und ist nur gemietet. Auf der anderen Seite der Welt organisiert die Nordkoreanerin Yong-Sil Han Kinoabende für die Landarbeiter. Sie ist Abteilungsleiterin der kooperative in Chongsan-Ri und versucht die Genossen nach einem schweren Arbeitstag mit Filmen aufzubauen. Die Amerikanerin Penny Tefertiller will ebenfalls den Leuten aus der Kleinstadt Big Piney paar Stunden Unterhaltung schenken. Ihr Kino "The Flick" hat sie von ihrem Bruder übernommen und betreibt es trotz großer finanzieller Schwierigkeiten tapfer weiter.


Das Medium und die Kunstform Film ist von seiner kommerziellen Seite, den Kinos untrennbar berbunden. Schon die ersten "Filmemacher" Louis Lumière und die Brüder Emil und Max Skladonowsky haben dies erkannt und organisierten 1895 die ersten bezahlten Filmvorführungen. Im 21. Jahrhundert ist die wirtschaftliche Seite des Films wichtiger denn je. Das Kino muss sich gegen die Konkurrenz von Fernsehen, DVDs oder Internet behaupten. Diese Problematik wird in Uli Gaulkes Dokumentation kaum angesprochen. Sein Fokus gilt der individuellen Leidenschaft für das Kino. In ihrem idealistischen Kampf ums Überleben und für den Film stecken die Kinobetreiber mit ihrer Begeisterung an. Kino ist viel mehr als mit Popcorns im Dunkeln vor einer großen Leinwand zu sitzen. Humor und eine latente Melancholie machen die Bilder der Dokumentation wertvoll. Durch die Nordkoreanerin Yong-Sil Han wird ein wichtiges Problem angesprochen - das Propaganda-Potential des Kinos. Film als Gehirnwäsche. Regisseur Uli Gaulke nimmt keine Haltung ein, hält einfach nüchtern die Fakten fest. Das Ergebnis ist eine bunte lebendige Hommage an das Kino.
Comrades in Dreams - Leinwandfieber
Das Medium und die Kunstform Film ist von seiner kommerziellen Seite, den Kinos untrennbar berbunden. Schon die ersten "Filmemacher" Louis Lumière und die Brüder Emil und Max...
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