farbfilm
Der lange Weg ans Licht

Der lange Weg ans Licht

Originaltitel
Der lange Weg ans Licht
Regie
Douglas Wolfsperger
Darsteller
Edeltraut Hertel
Kinostart:
Deutschland, am 28.02.2008 bei farbfilm verleih
Genre
Dokumentarfilm
Land
Deutschland
Jahr
2007
FSK
ab 0 Jahren
Länge
100 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Eine Geburt ist immer ein Wunder
Ein Mann steht mit müdem Gesicht am Eingang des grauen Gebäudes. Durch das Fenster dringen die Schreie einer Frau. Gelangweilt lehnt er am Treppenaufgang und sieht auf die Uhr. Die Stimme aus dem Off fragt ihn nach seinem Befinden. Es geht ihm nicht gut, er ist schon lange auf den Beinen und hat seit Stunden nichts gegessen. Der Fokus wechselt zu einer jungen Frau, die in den letzten Wehen liegt. Der Schweiß steht ihr auf der Stirn, sie hat vor Schmerzen Tränen in den Augen. Sie schreit und ist völlig entkräftet. In einer mit Wasser gefüllten Wanne liegend wird sie von zwei Hebammen betreut. Als das Kind endlich das Licht der Welt erblickt, juchzt die frischgebackene Mutter vor Freunde und presst ihr Baby voller Innbrunst ans Herz. Wenn die Männer Kinder kriegen müssten, sind sich die sächselnden Ärzte der Chemnitzer Klinik einig, würde die Menschheit aussterben. Douglas Wolfsperger präsentiert in seiner Dokumentation "Der lange Weg ans Licht" das Wunder der Geburt. Im Vordergrund steht Hebamme Edeltraut Hertel, die ihren Beruf abwechselnd in Tansania und Meerane ausübt. Für ihren Traum, in Afrika zu arbeiten, lässt sich die gelernte Krankenschwester Ende der 1980er Jahre zur Hebamme ausbilden. Als sie 30 Jahre alt ist, zerstört eine Operation den Traum einer eigenen Familie. Doch sie gibt nicht auf. Von ihrem Glauben bestärkt, widmet sie sich hingebungsvoll dem Phänomen Geburt und steht seither Schwangeren auf ihre warmherzige und selbstlose Weise zur Seite. Den sozialen Gegenpol bilden die Chemnitzer Ärzte. Diese preisen ihre Geburtsstation wie warme Semmeln an und locken Schwangere mit elektrischen Toiletten und alternativen Geburtsmethoden. Denn Geburtenrückgang und Abwanderung setzen die Krankenhäuser in der Region unter Druck. "Der lange Weg ans Licht" beleuchtet die Arbeit von Hebammen in Chemnitz und Tansania, wo eine Geburt noch seine Ursprünglichkeit bewahrt hat.
"Der lange Weg ans Licht" ist eine Liebeserklärung an das Leben. Im Mittelpunkt steht die charismatische Hebamme Edeltraut Hertel, die es nicht immer leicht hatte. Trotzdem betracht sie jedes Leben als Geschenk. Das Wunder der Geburt ist längst ein wirtschaftlicher Faktor geworden und dadurch entzaubert worden. Frauen können sich mittlerweile sogar den Geburtstermin ihrer Kinder aussuchen. Doch Douglas Wolfsperger liegt es fern, zu werten. Stattdessen zeichnet er ein sensibles Portrait des mythenumwobenen Berufs der Hebamme in unserer modernen Gesellschaft. Dabei lässt er den Zuschauer sehr unmittelbar Anteil am Geburtsvorgang haben. Auch wenn dies gänzlich unvoyeuristisch geschieht, bleibt dem Besucher doch das Popcorn im Halse stecken - besonders bei den eindrücklichen Bildern einer Kaiserschnittentbindung. Interessant ist vor allem der Vergleich zwischen dem Geburtsvorgang in Deutschland und Tansania, wo die Frauen beispielsweise stumm gebären, um ihre Männer nicht zu entehren. Trotz allem vermittelt die Dokumentation so viel Optimismus und Lebensfreude, dass man allen Müttern gratulieren möchte.
Belinda Grimm/Filmreporter.de
Seit beinahe 20 Jahren arbeite Edeltraut Hertel als Hebamme in dem verschlafenen Nest Meerane, bei Chemnitz. In seinem Dokumentarfilm begleitet...
 
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Der lange Weg ans Licht
2022