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Der Baader Meinhof Komplex

Originaltitel
Der Baader Meinhof Komplex
Alternativ
Der Baader-Meinhof-Komplex; Der Baader-Meinhof Komplex (Schreibweise)
Genre
Drama
 
Deutschland 2008
 
150 min, ab 12 Jahren (fsk)
Kinostart
25.09.2008 (D) bei
Constantin Film
Regie
Darsteller
Homepage
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brilliant  10|
6,5 (4 User)
7,0 (Filmreporter)
Der
Constantin Film
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Hochkarätig besetztes Drama über die RAF

Die Bundesrepublik Deutschland steht in den 1970er Jahren vor einer Zerreißprobe. Nach der Gründung der linksextremistischen Rote Armee Fraktion (RAF) kann sich keine hochrangige Persönlichkeit mehr sicher fühlen. Die Gruppe um die Anführer Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) hat dem westdeutschen Staat den Krieg erklärt. Sie will nicht länger hinnehmen, dass die Regierung die US-Politik in Vietnam, dem Nahen Osten und der Dritten Welt unterstützt. Die Bewegung fordert bald erste Todesopfer. Anschläge und politisch motivierte Morde häufen sich. Horst Herold (Bruno Ganz), Leiter des Bundeskriminalamts, setzt alles daran, die Mitglieder der RAF dingfest zu machen.

Analytisch hinterfragt er die Motive der Terroristen. Er befürchtet, dass der Polizeiapparat nicht in der Lage sein könnte, der Gewalt schnell Herr zu werden. Die Ergreifung von Baader, Meinhof, Ensslin und Jan-Carl Raspe (Niels Bruno Schmidt) löst eine neue Spirale der Gewalt aus. Mit Brigitte Mohnhaupt (Nadja Uhl), Christian Klar (Daniel Lommatzsch) und Susanne Albrecht (Hannah Herzsprung) tritt die zweite Generation der RAF-Aktivisten auf den Plan.


"Der Baader Meinhof Komplex" basiert auf Stefan Austs gleichnamigem Standardwerk über die Rote Armee Fraktion (RAF). Darin beleuchtet der Autor die Phase zwischen der Gründung der Terrorgruppe und dem heißen Herbst im Jahr 1977. Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel ("Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo") haben die Ereignisse, welche die Grundfesten der Bundesrepublik Deutschland erschütterten, in fiktionaler Form neu aufbereitet.

Am Beginn steht die Demonstration von West-Berliner Schah-Gegnern Anfang Juni 1967. Der gewaltsame Verlauf wird zum Zündfunken für den im Terror gipfelnden Protest linksgerichteter Gruppen gegen Politik, Justiz und Wirtschaft. "Der Baader Meinhof Komplex" versteht sich als Chronik dieser Entwicklungen und ihrer Folgen. Eichinger beweist einmal mehr seine Qualitäten als Drehbuchautor: Anschaulich schildert er die komplexen Sachverhalte und Verflechtungen der Figuren. Moritz Bleibtreu und Martina Gedeck als Darsteller von Andreas Baader und Ulrike Meinhof machen ihre Sache gut. Am überzeugendsten ist jedoch Johanna Wokaleks Annäherung an Gudrun Ensslin.

Bruno Ganz als Horst Herold trifft nicht recht den Ton des durch die Einführung der Rasterfahndung bekannt gewordenen BKA-Chefstrategen. Hier wäre Dieter Mann, der diese Rolle bereits 1997 in Heinrich Breloers "Todesspiel" übernommen hatte, die adäquatere Besetzung gewesen. Letztlich vermittelt "Der Baader Meinhof Komplex" Zweierlei: Einblick in jene zeitgeschichtlichen Gegebenheiten, die ab Mitte der 1960er Jahre zur Entstehung von APO, der Baader-Meinhof-Gruppe und letztlich der RAF führten. Aber auch die Einsicht, dass Gewalt und Terrorismus keine geeigneten Mittel in der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung sind.
Der Baader-Meinhof Komplex
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