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Das tapfere Schneiderlein

Originaltitel
Das tapfere Schneiderlein
Genre
Märchen
 
Deutsche Demokratische Republik 1956
 
84 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
28.11.1956 ( D | D ) bei Progress Film-Verleih
 
 
Regie
Helmut Spieß
Darsteller
Grete Carlsohn, Karl Sturm, Georg Irmer, Edmund Peter Dommisch, Hans König, Georg Helge
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
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Das tapfere Schneiderlein (Szene) 1956Progress Film-Verleih/ Foto Waltraut Pathenheimer
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Adaption des bekannten Märchens der Gebrüder Grimm

Der Schneider (Kurt Schmidtchen) wünscht sich nichts anderes, als seinen Feierabend in Ruhe genießen zu können. Während er gemütlich sein Pflaumenmuß verspeist, wird er von Fliegen gestört. Wutentbrannt schlägt er mit einem Tuch nach ihnen und tötet sieben auf einen Streich. Begeistert von seinem Erfolg, stickt er sich die Zahl sieben auf seinen Gürtel.

Als er schließlich in die weite Welt hinauszieht, um von seiner Heldentat zu erzählen, wird er von den Menschen missverstanden. Sie glauben, dass er in Wirklichkeit sieben Männer auf einen Schlag getötet habe und feiern ihn deshalb als Kriegshelden. Fortan wird er immer wieder aufgefordert, sein Können unter Beweis zu stellen. Auch König Griesgram (Fred Kronström) hat ein Auge auf das Schneiderlein geworfen und beauftragt ihn, zwei Riesen zu töten. Als Dank verspricht er diesem die Hand seiner Tochter. Insgeheim hat der König jedoch andere Pläne...


Helmut Spieß' einziger Kinderfilm "Das tapfere Schneiderlein" basiert auf dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm. Dieses erschien 1812 im Band "Kinder- und Hausmärchen" in der Erstauflage. Die Verfilmung hält sich zwar an das Grundprinzip und die Moral der Vorlage, weicht jedoch in einigen wichtigen Punkten von der Geschichte ab. So lässt Spieß die im Märchen vorhandenen negativen Eigenschaften des von Kurt Schmidtchen ("Meine Frau macht Musik") gespielten Schneiders weg. Zudem wurden Figuren wie Prinz Eitel und Magd Traute der Geschichte hinzugefügt.

Unter zeitgenössischen Kritikern kommt Spieß' Arbeit deshalb als sozialistisches Machwerk in Verruf. So zeige "Das tapfere Schneiderlein" marxistische Grundsätze und sei eine unsachgemäße Modernisierung des ursprünglichen Stoffes. Der gravierendste Unterschied zur literarischen Vorlage ist das Ende. So schrieben Peter Podehl ("Hallo Spencer") und Kurt Bortfeldt ("Das Traumschiff") dieses komplett um. Trotz des Verrisses seitens der Kritiker, wurde die Produktion in der DDR immer wieder aufgeführt. Erst 1961 war Schluss, nachdem Hauptdarsteller Kurt Schmidtchen seine Heimat in die BRD emigrierte. Das war zu viel für die DDR, weshalb die Geschichte fortan nicht mehr aufgeführt wurde.
Das tapfere Schneiderlein (quer) 1956Progress Film-Verleih/ Foto Waltraut Pathenheimer
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