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1. Mai

Helden bei der Arbeit

Originaltitel
1. Mai
Alternativ
1. Mai - Das Ende vom Lied (Arbeitstitel), Berlin - 1. Mai (Festivaltitel)
Genre
Drama
 
Deutschland 2008
 
95 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
30.04.2008 ( D ) bei DCM (Delphi Filmverleih)
 
 
Regie
Jan-Christoph Glaser, Carsten Ludwig, Sven Taddicken
Darsteller
Bruno Frank Apitz, Dirk Borchardt, Leonie Brandis, Hassan Charour, Thorsten Förster, Christoph Glaubacker
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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1. Mai - Helden der Arbeit (Kino) 2007Delphi Film
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3 Geschichten über die 1. Mai Demos in Kreuzberg

Was haben ein türkisches Kind, zwei Jugendliche aus einer deutschen Kleinstadt und ein Polizist gemeinsam? Sie alle befinden sich mehr oder weniger freiwillig auf der traditionell anarchistischen Berliner Demo zum 1. Mai. Yavuz (Cemal Subasi) will mit seinen elf Jahren endlich in die Männerwelt aufsteigen und auf dem unangemeldeten Straßenfest seinen ersten "Bullen" platt machen. Als sich sein älterer Bruder Nebi (Oktay Özdemir) weigert, den Kleinen mitzunehmen, zieht er auf eigene Faust los. Dabei trifft er auf den Alt-68er Harry (Peter Kurth), der Gewalt ablehnt und das System mit einer friedlichen Straßensperre bekämpfen will. Provinzpolizist Uwe (Benjamin Höppner) sollte sich eigentlich auf seinen Einsatz bei der Krawalldemo vorbereiten, denkt aber nur an seine untreue Frau. Die Vegetarierin betrügt ihn seit Monaten mit einem Metzgersohn - ausgerechnet! Die beiden Kumpel Pelle (Ludwig Trepte) und Jacob (Jacob Matschenz) nutzen das Berliner Event einfach nur, um dem Kleinstadtmief zu entfliehen. Als Krawalltouristen wollen sie einen aufregenden Tag erleben. Am Ende treffen sich alle Akteure im Krankenhaus.


"1. Mai" ist in seiner Konzeption ein innovatives Gemeinschaftsprojekt. Vier Regisseure drehten drei Episoden rund um den Arbeiterfeiertag, bei dem es in Berlin seit vielen Jahren zu chaotischen Ausschreitungen kommt. Aus der ganzen Republik reisen Randale erfahrene Anarchisten an. Zwei der Geschichten wurden ohne Absperrungen oder Drehgenehmigung während den Demonstrationen in Kreuzberg gedreht. Sven Taddicken führt Regie bei der Episode um den gewaltbereiten 11-jährigen Yavuz (Cemal Subasi), der auf den friedfertigen Alt-68er Harry (Peter Kurth) trifft. In dieser Episode schockiert vor allem die derbe Sprache und die Gewaltbereitschaft des Kindes. Cemal wohnt auch in Kreuzberg und stand noch nie vor der Kamera. Für "Ausflug" zeichnen Jan-Christoph Glaser und Carsten Ludwig verantwortlich. Was als Abenteuertrip zweier Jugendlicher beginnt, endet in der Auflösung eines irritierenden Gewaltverbrechens. Auf den Zuschauer wirkt die unkomplizierte und spontane Drehweise besonders authentisch, das Geschehen hinterlässt einen starken Eindruck. "Uwe" ist die einzige Episode, die nicht am 1. Mai auf offener Straße gedreht wurde. Es ist eine tragisch-komische Geschichte eines gehörnten Dorfpolizisten, dem ein Puff mit Sonderkonditionen für die Einsatzkräfte der Großdemonstration zum Verhängnis wird. Dahinter steckt die Idee, die zentrale Frage nach den Machtverhältnissen in der Gesellschaft ins Private zu verlegen. Die Dreharbeiten hierfür fanden beim friedlichen Karneval der Kulturen statt. Am 1. Mai wäre die Gefahr für den umherirrenden, blutenden Darsteller in Polizei-Uniform zu groß gewesen. Das Drama war auf der Berlinale 2008 als Eröffnungsfilm der "Perspektive Deutsches Kino" zu sehen.
1. Mai - Helden der Arbeit (quer) 2007Delphi Film
1. Mai - Helden der Arbeit (Kino) 2007
Videoclip: 1. Mai
Was haben ein türkischer Knabe, zwei Krawalltouristen aus einer Kleinstadt und ein betrogener Polizist gemeinsam? Sie alle befinden sich auf der gigantischen Demo zum 1. Mai in...  Clip starten
Galerie: 1. Mai
"1. Mai" setzt sich aus drei Episoden zusammen, die von verschiedenen Regisseuren zeitgleich an unterschiedlichen Orten in dem Berliner Bezirk Kreuzberg gedreht wurden.
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