Badland

Originaltitel
Badland
Genre
Drama
 
USA
 
165 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
08.05.2008 ( D ) bei barnsteiner-film
Regie
Francesco Lucente
Darsteller
Albert Hurd, Bob Wilson, Chris Ippolito, Stirling Karlsen, Kaylie, Audrey Kyllo
Homepage
http://www.badland-derfilm.de
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IMDB
Badlandbarnsteiner-film
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Erschütterndes Drama um einen gebrochenen Soldaten
Marinesoldat Jerry (Jamie Draven) ist nach seinen Irak-Einsatz ein gebrochener Mann. Ihn plagen Alpträume und er leidet an Nasenbluten. Seine hochschwangere Frau Nora (Vinessa Shaw) wendet sich von ihm ab, beschimpft ihn und entzieht ihm jegliche Art von Zuneigung. Auch zu seinen zwei Söhnen und seiner Tochter Celina (Grace Fulton) scheint er den Bezug verloren zu haben. Als er gekündigt wird und ihn Nora erneut mit Vorwürfen zuschüttet, rastet Jerry aus. Er erschießt seine schwangere Frau und seine zwei Söhne kaltblütig. Nur bei seiner Tochter bringt er es nicht übers Herz und flieht mit ihr. Gemeinsam versuchen sie, ein neues, halbwegs normales Leben aufzubauen, wobei Celina fest daran glaubt, dass ihre Mutter und ihre Brüder eines Tages zurück kommen. In einer neuen Stadt freundet sich Jerry mit der Kellnerin Chandra West an. Auch lernt er den ehemaligen Irak-Soldaten Max kennen, der ähnlich wie Jerry von Alpträumen und seiner Alkoholsucht geplagt wird. Durch das ähnliche Schicksal entsteht eine Art Freundschaft zwischen den zwei gebrochenen Männern, wobei Jerrys Tat wie eine dunkle Wolke über sein und Celinas Dasein schwebt.
 
Francesco Lucente beschäftigt sich in seinem berührenden Drama "Badland" mit der Frage, wie Kriegsveteranen mit den grausamen Kriegserlebnissen nach ihrer Rückkehr umgehen. Selbst ein Kriegsgegner, fielen Lucente die zahlreichen Berichte über Selbstmorde und Amokläufe von Ex-Soldaten auf. Seine Recherche wurde so umfangreich, dass an deren Ende der 160-minütige Spielfilm "Badland" stand. Trotz der extremen Überlänge kommt in keinem Moment Langeweile auf, zu sehr sind wir Zuschauer mit Jerrys Schicksal beschäftigt. Dabei steht der Protagonist für jeden Soldaten, der während seines Einsatzes Schreckliches erlebt hat. Zwar wird der Irakfeldzug als konkretes Beispiel genannt, dennoch steht er nur als Synonym für jeglichen Krieg.

Der Mord an der eigenen Familie steht klar im Zentrum von Lucentes Abhandlung. Es ist der erschreckendste Moment, dennoch empfindet man streckenweise Mitleid mit dem Mörder. Jamie Draven leistet Großartiges. Fast ohne Worte gelingt es ihm, die innere Zerrissenheit seiner Figur darzustellen. Auch seiner jungen Kodarstellerin Grace Fulton ist ein großes Lob auszusprechen. Ihre kindliche Liebe zu jenem Mann, der ihre Familie vor ihren Augen getötet hat, ist nachvollziehbar. Um die Zerrissenheit von Vater und Tochter darzustellen, genügen Lucente wenige Worte. So gibt es minutenlange Sequenzen, in denen nicht gesprochen wird. Die Musik spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die fehlende Sprache. Der zweite Hauptdarsteller Joe Morton steuerte hierzu mit "The Devil's Lonely Fire" einen wichtigen Song bei. Was die Handlung betrifft, so kann man sich als aufmerksamer Zuschauer durchaus fragen, warum die Polizei den flüchtigen Mörder und seine Tochter nicht ausfindig macht. Noch dazu, wo der sich offensichtlich in einer nicht allzu weit dem Tatort entfernten Stadt niederlässt. Dieser Kritikpunkt ist allerdings nicht gewichtig, geht es in "Badland" um wichtigere Dinge. So ist nach Filmende noch lange nicht alles gesagt. Im Gegenteil, man sollte sich fragen, wie ein an und für sich liebender Familienvater zu so einer Tat fähig ist und wodurch diese verhindert werden kann.
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Videoclip: Badland
Francesco Lucente beschäftigt sich in seinem berührenden Drama "Badland" mit der Frage, wie Kriegsveteranen mit den grausamen Kriegserlebnissen nach ihrer Rückkehr umgehen.  Clip starten
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Francesco Lucente beschäftigt sich in seinem berührenden Drama "Badland" mit der Frage, wie Kriegsveteranen mit den grausamen Kriegserlebnissen nach ihrer Rückkehr umgehen....
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Interview mit Francesco Lucente: Wut und Enttäuschung
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2021