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Neulich in Belgien

Originaltitel
Aanrijding in Moscou
Alternativ
Moscow, Belgium (intern. Festivaltitel)
Genre
Komödie
 
Belgien 2008
 
106 min, ab 6 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
16.10.2008 ( D | CH | A ) bei Senator Film Verleih
 
 
Regie
Darsteller
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|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (1 User)
Senator
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SIC 

Leben im toten Winkel

Aanrijding in Moscou – Was ist Glück? Das Leben von Matty ist nun wahrlich kein Zuckerschlecken. Die 43-jährige Frau lebt getrennt mit drei Kindern und droht im Alltagstrott zu versinken. Ihr sehnlichster Wunsch, die Rückkehr in ein normales Leben, erweist sich jedoch als ein großer Hindernisparcours, der sich das Leben nennt. Nach einem Zusammenstoß mit einem LKW auf dem Supermarktparkplatz nimmt Johnny, der Fahrer des LKW einen wichtigen Platz in Mattys Leben ein. Zunächst abweisend versucht sie Johnny, den 14 Jahre jüngeren Verehrer und ihre Gefühle zu ignorieren, zumal sie für Werner, ihren fast Ex -Mann, immer noch etwas empfindet. Das Chaos wird perfekt als Johnny und Werner, der sich ebenfalls wieder für seine Frau interessiert, gemeinsam mit der gesamten Familie am Küchentisch zu Mittag essen und sich ein lautstarkes Wortgefecht liefern. Das ganze findet seine Krönung als nun auch die ältere Tochter anstatt des erwarteten Freundes eine Freundin präsentiert. Und zwischen all dem steht immer noch Matty, die alle Geschmäcke, des Lebens wie der Blutwurst, mit Senf zu verdrängen versucht und immer noch nicht den Ausweg aus ihrem faden Leben gefunden hat. Sie steht zwischen nostalgischer Vergangenheit und ungewisser Zukunft, zwischen Werner, der ein halbes Jahr mit einer seiner Studentinnen zusammen lebte und Johnny, dem Cowboy mit krimineller Vergangenheit. Durch den jungen Johnny gewinnt die ausgelaugte Mutter wieder an Selbstvertrauen und wird innerlich auch selbst jünger, sei es nun in Form neuer knallroter Schuhe oder spontanem Sex im Fahrerhaus des Lkws. Doch auch Johnny schafft es nicht alle Beulen und Kratzer von Matty zu beseitigen, denn auch er kann sich hinter der Fassade des italienischen Charmeurs nicht verstecken, der Matty mit seiner Italienromantik zu verführen versucht. Denn dieser Film ist das Leben, das Leben, wie es ist. Mit seinen Illusionen und Desillusionen, denn nichts ist Fake, das Leben ist echt. Dafür reichen dem Film Alltagsplätze, wie man sie überall findet und Dialoge, die natürlich und tief zugleich sind. So schafft es Matty, Johnny nach dem Unfall knallhart als im „toten Winkel“ lebend zu charakterisieren. Der Film überzeugt durch das glaubhaft dargestellte Leben kleiner Leute und seine oft groteske Situationskomik. Denn das Leben ist kein vorhersagbares Tarotspiel, sondern ein Spiel mit verdecktem Blatt. Janice Thelen, Anaïs Jaenisch (Werner-Heisenberg-Gymnasium Neuwied)
geschrieben am 20.06.2008 um 17:15 Uhr

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