Novemberkind

Originaltitel
Novemberkind
Alternativ
Novemberlicht (Arbeitstitel)
Genre
Drama
Land /Jahr
Deutschland 2008
 
95 min
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
20.11.2008 ( D | CH ) bei Schwarz/Weiß Filmverleih
Regie
Christian Schwochow
Darsteller
Ulrich Matthes, Jannik Werner, Luise Lunow, Nicole Ernst, Elena Duppler, Juliane Köhler
Homepage
http://www.novemberkind.net http://www.novemberkind.net
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IMDB
NovemberkindSchwarz-Weiss Filmverleih
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
9,0 (1 User)
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Tochter einer DDR-Flüchtigen auf Identitätssuche
Inga (Anna Maria Mühe) wächst wohlbehütet bei ihren Großeltern in einem mecklenburgischen Dorf auf. Ihre Mutter Anne, so heißt es, sei kurz nach Ingas Geburt während dem Urlaub in der Ostsee ertrunken. Die Identität von Ingas Vater habe Anne niemals preisgegeben. Jahre später arbeitet die inzwischen erwachsene Inga als Bibliothekarin in der kleinen Stadt Malchow. Eines Tages taucht dort der Konstanzer Literaturprofessor Robert (Ulrich Matthes) auf. Robert berichtet Inga, dass er ihre Mutter vor Jahren bei einem Schreibseminar in Westdeutschland kennengelernt habe. Für Inga bricht eine Welt zusammen: Die Geschichte vom Unfalltod ihrer Mutter erweist sich als Lüge. In Wahrheit war Anne seinerzeit in die Bundesrepublik geflüchtet und hatte Inga bei den Großeltern in der DDR zurückgelassen. Die Tatsache, dass selbst engste Freunde und Nachbarn von Annes Flucht wussten, Inga jedoch darüber im Ungewissen ließen, schmerzt die junge Frau besonders. Mit Hilfe von Robert, der Ingas Schicksal insgeheim für ein eigenes Buchprojekt auszuschlachten versucht, begibt sie sich auf die Spur ihrer Mutter.
Christian Schwochows "Novemberkind" ist bereits vor Kinostart mit zahlreichen Vorschusslorbeeren bedacht worden: Neben dem Prädikat 'Besonders wertvoll' erhielt der Film Publikumspreise beim Filmfestival Saarbrücken 2008 und beim Filmkunstfest Schwerin 2008. Der Nachwuchsdarstellerpreis des Schweriner Filmfests ging an Anna Maria Mühe. In der Tat lebt "Novemberkind" ganz entscheidend von der darstellerischen Leistung Mühes. Die 23-jährige hat nicht nur eine Doppelrolle als Mutter und Tochter zu bewältigen. Mit großer Glaubwürdigkeit zeichnet sie auch die Wandlung der fröhlich-unbeschwerten Landpomeranze Inga zur misstrauischen, innerlich heimatlosen Frau. Verhältnismäßig wenige Szenen von "Novemberkind" sind in der DDR-Vergangenheit angesiedelt: Ingas Mutter Anne gewährt dem sowjetischen Deserteur Juri (Ilja Pletner) Unterschlupf. In aller Heimlichkeit bringt sie die gemeinsame Tochter zur Welt. Als ihr Versteck aufzufliegen droht, entschließen sich Anne und Juri zur riskanten Flucht in den Westen. Die kleine Inga wird ohne ein Wort des Abschieds bei Oma Christa (Christine Schorn) und Opa Heinrich (Hermann Beyer) zurückgelassen. Mit dem Auffliegen der Lebenslüge vom angeblichen Tod ihrer Mutter beginnt für Inga 15 Jahre nach dem Mauerfall ein schmerzhafter Prozess des Erwachsenwerdens. "Novemberkind" arbeitet einen sehr persönlichen Aspekt der deutsch-deutschen Teilung auf. Zugleich hinterfragt der Film die grundsätzliche Bedeutung von Selbstgewissheit und Vertrauensverlust für die Biografie eines Menschen.
NovemberkindSchwarz-Weiss Filmverleih
 
Videoclip:
Jahre nach dem Mauerfall erfährt die junge Inga (Anna Maria Mühe), dass ihre Mutter sie bei der... 
Galerie:
Christian Schwochow ist mit "Novemberkind" ein sensibles Psychodrama gelungen. Der Titel bezieht sich auf ein in der DDR zurückgelassenes Flüchtlingskind, das erst infolge des...
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2021