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Whisky mit Wodka

OriginaltitelWhisky mit Wodka
GenreKomödie
Land & Jahr Deutschland 2008
FSK & Länge ab 12 Jahren • 104 min.
KinoDeutschland
AnbieterSenator Film Verleih
Kinostart03.09.2009
RegieAndreas Dresen
DarstellerHenry Hübchen, Martin Braun, Stefanie Schönfeld, Mike Zaka Sommerfeldt, Katja Langnäse, Axel Werner
Homepage http://www.whiskymitwodka.senator.de
Links IMDB
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Andreas Dresen nimmt das Kino auf die Schippe

Otto Kullberg (Henry Hübchen) hat einen weiteren Drehtag gesprengt, sein Frühstückskaffee war wohl zu hochprozentig. Statt seinen Text zu studieren, sinniert er lieber mit seinen Freunden Gorbatschow und Smirnoff. Schon die vorige Filmproduktion musste abgebrochen werden, da Kullberg nicht arbeitsfähig war. Sein neues Rollenangebot hat er einzig einer Verflossenen, der Schauspielerin Bettina (Corinna Harfouch) zu verdanken, die mit dem Regisseur des Films (Sylvester Groth) verheiratet ist.

Sie selbst spielt die weibliche Hauptrolle, eine Mutter, die erkennen muss, dass ihr ehemaliger Liebhaber mit ihrer Tochter anbändelt. Das Drehbuch weckt private Erinnerungen Bettinas und Ottos an eine Zeit, als ihre Liebe noch eine Zukunft hatte. So jedenfalls sieht es Bettina. Sie bildet sich ein, mit einem anderen glücklich zu sein, während Otto seine Einsamkeit im Wodka zu ertränken sucht. Als der Produzent die Eskapaden seines abgewrackten Stars satt hat und Ersatz für Otto sucht, wird diesem seine eigene Vergänglichkeit als Star und Mensch bewusst. Er rappelt sich auf, um gegen seinen jüngeren Mitstreiter die Filmrolle zu verteidigen.
Das Zusammenspiel von Regisseur Andreas Dresen, Autor Wolfgang Kohlhaase und Produzentin Conny Ziesche funktionierte schon im Jahr 2005 bei "Sommer vorm Balkon" hervorragend. "Whisky mit Wodka" macht sich nun über die eigene Branche lustig. Es werden zahlreiche Klischees bedient, wie die Eitelkeit der Schauspiel-Stars, das standardmäßige Fremdgehen der Filmcrew und die Neurosen des Regisseurs. Das mag für Filmlaien durchaus unterhaltsam sein. Gerade die konservativen Vertreter können erhobenen Hauptes über die Unmoral der Darstellerkaste die Nase rümpfen. Schwierig wird es, wenn sich der Film ernsteren Themen annimmt, wie Einsamkeit oder Suche nach Anerkennung.

Es gibt viele Einzelmomente, die den Zuschauer in den Bann nehmen. Corinna Harfouchs Variation von Gesichtsausdrücken zum Beispiel, die sie in einer Szene mehrmals wiederholen muss. Für einen Moment ist man von den Einzelschicksalen berührt, aber das Gefühl bleibt im Fortgang der Handlung nicht erhalten und verschwindet mit dem Ende der Vorstellung. Schade eigentlich, denn einzelne Aussagen wie Henry Hübchens Filmerkenntnis "Man wird nicht älter. Eines Tages wacht man auf und ist alt", bleiben nach dem Kinobesuch im Gedächtnis haften. Leider nicht viel mehr.

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Whisky mit Wodka

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