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Mr. Average

OriginaltitelMr. Average
AlternativComme tout le monde; Mister Average
GenreKomödie
Land & Jahr Frankreich/Deutschland/Kanada 2006
FSK & Länge ab 6 Jahren • 90 min.
KinoDeutschland
AnbieterAlpha Medienkontor
Kinostart16.10.2008
RegiePierre-Paul Renders
DarstellerJean-Luc Couchard, Colette Sodoyez, Hugues Hausman, Pascal Lefebvre, Abraham Belaga, Didier Bourguignon
Homepage http://www.mraverage-derfilm.de
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenGaleriebewerten

Underdog als lebendes Stimmungsbarometer

Der 26-jährige Jalil (Khalid Maadour) arbeitet als Vorschullehrer in Paris. Sein größtes Talent besteht jedoch in der Fähigkeit, den Geschmack des Massenpublikums treffsicher einzuschätzen. Diese Gabe macht ihn zum Champion der Gameshow 'Mr. Average': Jalil errät die Antworten der französischen Durchschnittsbevölkerung auf alle möglichen Umfragen. Mit dem Finale der Fernsehshow beginnt für Jalil ein neues Leben: Fortan lebt er in einem schicken Appartement und begegnet auch noch seiner Traumfrau Claire (Caroline Dhavernas). Was Jalil nicht ahnt: Hinter seiner neuen Wohnung wie auch hinter Claires Auftauchen steckt das Marktforschungsinstitut Somadi. Längst ist Jalil zum Spielball der Großindustrie geworden. Akribisch spähen die Werbefachleute Jalils Konsumverhalten aus. Schließlich repräsentiert er den Durchschnittsgeschmack wie kein Zweiter und macht damit kostspielige Massentests unnötig. Claire ist Schauspielerin und von der Firma Somadi angeheuert worden, um Jalil heimlich mit neuen Produkten zu konfrontieren. Doch Jalils leidenschaftliche Gefühle für Claire erschweren diese Aufgabe. Eines Tages kommt Jalil hinter das Komplott. Listenreich dreht er den Spieß um und versucht, von der Situation zu profitieren.
Die Anleihen bei George Orwells visionärem Roman "1984" sind nicht zu übersehen: Viele Szenen von "Mr. Average" spielen im mit versteckten Kameras ausgestatteten Appartement der Hauptfigur Jalil (Khalid Maadour) - Big Brother is watching you! Die Werbewirtschaft bemächtigt sich des linkischen Junggesellen, weil sie ihn als personifiziertes Stimmungsbarometer benötigt. Für Geschmackstests ist Jalil ebenso zuverlässig zu gebrauchen wie für Meinungsbilder im aktuellen Wahlkampf um die französische Präsidentschaft. So interessant die Grundidee klingt, so ratlos steht man vor dem Endergebnis dieser belgisch-luxemburgisch-französisch-kanadisch-deutschen Koproduktion. Dem Thema entsprechend herrscht eine kühle Grundstimmung vor, mit der Regisseur Pierre-Paul Renders die Zweckhaftigkeit menschlicher Beziehungen im Medienbusiness anprangert. Umso wichtiger wäre es gewesen, mit einer glaubwürdigen Liebesgeschichte zwischen dem Protagonisten Jalil und der als Lockvogel verpflichteten Schauspielerin Claire (Caroline Dhavernas) ein emotionales Gegengewicht zu schaffen. Beide Figuren wie auch ihre Interpreten bleiben jedoch merkwürdig blass und ohne Identifikationspotential. Für einen Lichtblick sorgt Thierry Lhermitte, dessen Darstellung des aalglatten Präsidenten und Machtpolitikers Chastain staatsmännisches Format hat. Dass Politik, Werbewirtschaft und Konsumgüterindustrie über eine reiche Palette an Manipulationsmöglichkeiten verfügen, ist dem Kinopublikum hinreichend bekannt. Insofern bietet "Mr. Average" keinen echten Zugewinn an Erkenntnissen über Strategien und Methoden der Macher hinter den Kulissen.

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