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Tiro en la cabeza

Originaltitel
Tiro en la cabeza
Alternativ
Bullet in the Head (Festivaltitel); Un Tiro en la nuca (Arbeitstitel)
Genre
Drama
 
Spanien/Frankreich 2008
 
85 min
Regie
Darsteller
Links
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Jaime Rosales Reflektion der Absurdität von Gewalt

Der Protagonist (Ion Arretxe) ist Ende 40 - er steht am Kiosk und kann sich nicht entscheiden. Schließlich kauft er die Tageszeitung und noch ein paar andere Kleinigkeiten. Später trifft er sich mit einem Anwalt, geht essen, unterhält sich mit einem Freund bei einem Bier. Am Abend trifft er beim Ausgehen eine junge Frau, die beiden kommen sich näher und verbringen die Nacht gemeinsam in ihrem Appartement. Das Leben des Mannes verläuft ohne große Höhen und Tiefen. Alles scheint normal. Er telefoniert, und fährt mit zwei Freunden nach Frankreich. Sie treffen sich mit einem Ehepaar und übernachten in deren Wohnung. Am kommenden Morgen gehen sie in ein benachbartes Einkaufszentrum und treffen zufällig auf zwei Polizisten in Zivil. Ohne Vorwarnung erschießt der Mann und sein Freund die zwei Männer in deren Auto. Wie konnte es nur zu der brutalen Bluttat kommen?


"Tiro en la cabeza" ähnelt keinem bisher gedrehten Film über Gewalt oder terroristische Anschläge. Der Betrachter kann keinen Dialoge folgen, er hört nur laute Hintergrundgeräusche vorbeirasender Autos, Hupen, Kinderschreien, Radfahrern und ähnliches. Dabei unterhält sich der Protagonist sehr wohl. Allerdings in Cafés, Restaurants, Küchen und Wohnzimmern. Die Kamera bleibt außen vor, sie beobachtet das Geschehen durchs Fenster. Man sieht seine Lippenbewegungen, sein Lachen, seine Gesten. Oftmals versperren vorbeilaufende Menschen oder fahrende Autos die Sicht auf die Protagonisten, so ist ab und zu lediglich eine graue, verschwommene Leinwand oder die Hälfte eines Gesichts zu sehen. Dies hindert das Publikum erfolgreich daran, sich emotional an die Figuren zu binden. Aber es hat auch noch eine weitere Wirkung: Durch diese Methode werden Alltagssituationen nachgebildet. Diese zeigen einen scheinbar normalen Mann bei seinen täglichen Aufgaben. Er wirkt unsicher, oftmals sogar ängstlich und etwas ungeschickt. Eben wie jeder Mensch sich manchmal fühlt. Der Spanier Jaime Rosales basiert seinen ungewöhnlichen Film auf einem ETA-Attentat, das bis heute Fragen aufwirft. Ohne Grund oder Vorankündigung erschossen zwei ETA-Anhänger vor einigen Jahren zwei zivile Polizisten in Südfrankreich. Man geht heute davon aus, dass dieses Zusammentreffen zufällig entstand, dass sich die Terroristen erkannt fühlten und die Polizisten deshalb sterben mussten. Eben dieses Mysterium faszinierte den Regisseur und ist der Grund dafür, warum er einen Film darüber und nicht über ein anderes ETA-Attentat machen wollte. Sein Ziel ist, die Absurdität von Gewalt darzustellen. Und wie ist dies besser möglich, als ohne Worte? Der Film zeigt die Taten der Menschen, die irgendwann durch irgendwelche Umstände etwas Unfassbares tun. Man wird auch mit Dialogen niemals vermitteln können, warum jemand andere umbringt. Jaime Rosales realisierte das Projekt mit einfachen technischen Mitteln. Die Hauptrolle besetzte er mit dem baskischen Schauspieler Ion Arretxe. Die anderen Darsteller sind Laiendarsteller und stammen aus dem persönlichen Umfeld Arretxes.
Einst Nachwuchshoffnung unter Spaniens Regisseuren, hat er dieses Stadium seiner beruflichen Karriere schon längst hnter sich gelassen: Jaime Rosales. 2007 gewann er mit "La...
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