Das Kloster zum heiligen Wahnsinn - 1983 | FILMREPORTER.de
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Das Kloster zum heiligen Wahnsinn

OriginaltitelEntre tinieblas
GenreKomödie
Land & Jahr Spanien 1983
FSK & Länge ab 16 Jahren • 96 min.
KinoDeutschland
RegiePedro Almodóvar
DarstellerAlicia González, Cristina Sánchez Pascual, Carmen Santonja, Flavia Zarzo, Miguel Molina, Luciano Berriatúa
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Unterhaltsames Melodram von Pedro Almodóvar

Nachtclubsängerin Yolanda Bell (Cristina Sánchez Pascual) sucht nach dem Herointod ihres Freundes Jorge (Will More) Ruhe und innere Einkehr. Die sollte im Frauenkloster der "Gedemütigten Retterinnen" zu finden sein, denkt sich die Schönheit der Nacht. Doch dort ist nichts, wie man es von einem heiligen Ort erwartet. Denn die gerade mal fünf Nonnen frönen ausnahmslos exzentrischen Lastern. Schwester Perdida (Carmen Maura) etwa füttert einen zahmen Tiger namens Eros durch. Das kostet viel Geld, wie der Unterhalt des Ordens insgesamt. Die bisherige Gönnerin Marchesa (Mary Carrillo) will die Nonnen jedoch nicht mehr finanziell aushalten. Der Orden steckt zudem in einer Sinnkrise; es kommen kaum noch gefallene Mädchen, um sich von den Schwestern retten zu lassen. Yolanda durchschaut nach und nach das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen den Klosterbewohnern. Die rätselhafteste von allen ist jedoch Mutter Oberin Julia (Julieta Serrano) selbst: sie ist nicht nur drogenabhängig und lesbisch, sondern auch noch hoffnungslos in Yolanda verliebt.
"Entre tinieblas", wie der spanische Originaltitel von "Das Kloster zum heiligen Wahnsinn" lautet, ist Pedro Almodóvars dritter Spielfilm. In erster Linie deckt der Film die Abhängigkeitsverhältnisse und Verstrickungen der sechs Protagonistinnen auf. Die spanische Produktion hat viele melodramatische Momente und ist zugleich enorm unterhaltsam. Der Blick der Kamera ist fast dokumentarisch distanziert. Almodóvar will in erster Linie gar nicht die kirchliche Doppelmoral aufzeigen, es geht ihm vielmehr um menschliche Abhängigkeiten im Allgemeinen. Er zeigt die Frauen nicht zynisch und böse, sondern immer menschlich irrend. Inhaltliche Parallelen finden sich zu dem später entstandenen Hollywood-Komödie "Sister Act - Eine himmlische Karriere", in dem allerdings die gesellschaftskritische Komponente und alles Provokative leider auf Schmunzel-Humor reduziert ist. "Das Kloster zum heiligen Wahnsinn" macht da ein hintersinnigeres Vergnügen und regt auf intelligente Art und Weise zum Nachdenken an. Er zeigt die Frauen mit all ihren schönen, erschreckenden und komischen Seiten, ohne sie moralisch wertend bloßzustellen.
Das Kloster zum heiligen Wahnsinn

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