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Nokan - Die Kunst des Ausklangs

Originaltitel
Okuribito
Alternativ
Departures - Okuribito
Genre
Drama
 
Japan 2008
 
131 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
26.11.2009 ( D | CH | A ) bei Kool Filmdistribution
 
 
Regie
Darsteller
Homepage
Links
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brilliant  10|
5,0 (3 User)
8,0 (Filmreporter)
Nokan - Die Kunst des Ausklangs (Kino) 2008
Kool Filmdistribution

Tief bewegendes Drama über einen Leichenaufbahrer

Daigo (Masahiro Motoki) hat gerade seine Stelle als Cellist bei einem Orchester verloren. Aus finanziellen Gründen zieht er mit seiner Frau Mika (Ryoko Hirosue) in das Haus seiner verstorbenen Mutter. An seinen Vater erinnert er sich nicht mehr, der verließ die Familie, als Daigo noch ein kleiner Junge war. Auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle entdeckt er eine Anzeige, die mit Reisen zu tun hat. Als er zum Vorstellungsgespräch geht, stellt er fest, dass es sich dabei um die letzte Reise handelt, auf die er die Leichen der Verstorbenen vorbereiten soll. Damit will Daigo eigentlich nichts zu tun haben. Doch die Bezahlung ist überdurchschnittlich und sein neuer Chef Sasaki (Tsutomu Yamazaki) nimmt ihn einfach mit zum nächsten Auftrag und setzt ihn als Leichenmodell für ein Übungsvideo ein. Mit der Zeit erkennt Daigo die Schönheit und Würde des alten Rituals und entdeckt seine wahre Berufung. Jetzt muss er nur noch Mika von seinem Job erzählen, denn die denkt immer noch, ihr Gatte arbeite in der Tourismusbranche.


Wer hätte gedacht, dass der Anblick von Leichen emotional so anrührend sein kann. Dem japanischen Regisseur Yojiro Takita ist mit "Nokan - Die Kunst des Ausklangs", ein perfekt abgerundetes Drama gelungen, das mit dem Thema Tod auf sehr natürliche und würdevolle Weise umgeht. Sterben muss jeder, deshalb ist es verwunderlich, dass sich kaum ein Filmemacher ernsthaft mit dem Thema des letzten Weges auseinandersetzt. Gerne wird im Kino gemordet und gemetzelt, doch was danach mit den Leichen und deren Angehörigen geschieht, fällt unter den Tisch. Takita bietet die Möglichkeit, sich wenigstens für zwei Stunden, wenn nicht sogar nachhaltig, Gedanken über das Lebensende zu machen, das jeden Tag eintreffen könnte. Heitere und teils groteske Momente zum Schmunzeln wechseln sich mit zutiefst berührenden Szenen des japanischen Rituals der Leichenaufbahrung ab. Jeder Handgriff beim Waschen des toten Körpers ist genau gesetzt, die Farbe des Lippenstifts für das erstarrte Gesicht exakt abgestimmt. Hauptdarsteller Masahiro Motoki begleitete bei der Vorbereitung auf die Rolle einen echten Aufbahrer, um die Zeremonie selbst nach den strengen Regeln durchführen zu können. Sympathisch und zurückhaltend fügt er sich als Daigo seinem Schicksal. Zwar wird das Nokan-Zeremoniell ein wenig zu lang und zu oft gezeigt, doch mit fortschreitender Handlung rührt es zunehmend zu Tränen. Dabei erinnert man sich an Trauerfeiern, denen man selbst beigewohnt hat, beobachtet jedoch die Vorgänge, die ablaufen, bevor der Sarg geschlossen wird. Ebenfalls ans Herz geht die klassische Musik, die für die Hauptfigur das ganze Leben lang eine große Bedeutung spielt. Die von Joe Hisaishi komponierte Filmmelodie trägt den Zuschauer federleicht durch die ernste und traurige Thematik. Am Ende sollte man dringend das Taschentuch parat halten. Dennoch verlässt man den Kinosaal mit dem Gefühl, etwas Wunderschönes gesehen zu haben. Der Auslands-Oscar 2009 hat mit dem kleinen Gesamtkunstwerk über Leben und Tod einen würdigen Preisträger gefunden.
Nokan - Die Kunst des Ausklangs
Kool Filmdistribution
Nokan - Die Kunst des Ausklangs (Kino) 2008
Daigo (Masahiro Motoki) hat seine Stelle als Cellist beim Orchester verloren. Ein neuer Job in der Reisebranche klingt vielversprechend. Doch dann stellt sich heraus, dass Daigo...  Clip starten

Wer hätte gedacht, dass der Anblick von Leichen emotional so anrührend sein kann. Dem japanischen Regisseur Yojiro Takita ist mit "Nokan - Die Kunst des Ausklangs", ein...
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