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Die ewigen Momente der Maria Larsson

Originaltitel
Maria Larssons eviga ögonblick
Alternativ
Maria Larsson's Everlasting Moment; Die ewigen Augenblicke der Maria Larsson
Genre
Drama
 
Dänemark/Finnland/Norwegen/Schweden/Deutschland 2008
 
110 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
08.04.2010 ( D ) bei Arsenal Filmverleih
 
 
Regie
Darsteller
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Die ewigen Momente der Maria Larsson (Kino) 2008
Arsenal Filmverleih
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Biografie einer bemerkenswerten Fotografin

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlobt sich Maria (Maria Heiskanen) mit dem Hafenarbeiter Sigfrid Larsson (Mikael Persbrandt). Bei einer Tombola gewinnt die Glückliche zudem eine Fotokamera. Sie kann mit der neumodischen Technik zunächst nichts anfangen und packt sie in den Schrank. Jahre vergehen, in denen sie die ersten drei Kinder großzieht und sich mit den ständigen Alkoholeskapaden und Frauengeschichten ihres Mannes herumärgern muss. Als das Geld knapp wird, erinnert sie sich an die Kamera und will sie im Fotoladen von Herrn Pedersen (Jesper Christensen) verkaufen. Statt den Apparat anzunehmen zeigt er Maria, wie man damit umgeht. Schnell findet sie Freude an den wundersamen Dingen, die man damit machen kann. Pedersen erkennt das künstlerische Auge seiner neuen Kundin und fördert ihre Leidenschaft, bis auch die anderen Einwohner Malmös die Dienste der Hobby-Fotografin in Anspruch nehmen. Das weckt den zunehmenden Ärger und die Eifersucht ihres Mannes, der mit der sich entwickelnden Emanzipation seiner Frau nicht zurechtkommt.


Maria Larsson ist keine Berühmtheit. Und dennoch nimmt man Teil an ihrer Lebensgeschichte, gerade weil sie eine von vielen Frauen ist, die ähnliches durchmachen mussten. Erzählt wird "Die ewigen Momente der Maria Larsson" aus der Perspektive ihrer Tochter Maja, die eine Verwandte von Regisseur Jan Troells Ehefrau Agneta ist. Für die Rolle der bemerkenswerten Arbeiterfrau, die sich ihrem Schicksal gefügt, aber niemals ergeben hat, wurde Maria Heiskanen besetzt. Mit zunehmender Verbitterung versprüht sie dennoch Wärme und Freude am Leben, die durch das Spiel ihrer lebendigen Augen überspringt. Eben dieses Leben fehlt im Gesichtsausdruck von Mikael Persbrandt, vor dem man in jeder Szene auf der Hut sein muss, da seine Figur unberechenbar ist und von einer Sekunde auf die nächste in Wut ausbrechen kann. Doch auch Persbrandt schafft es, in kurzen Sequenzen Mitgefühl für die Rolle des Bösewichts zu wecken. Vor der Kulisse der Armut in Schweden zu Beginn des 20. Jahrhunderts, des Hafenarbeiterstreiks, des Ersten Weltkriegs und des anschließenden Aufschwungs spiegelt die Familiengeschichte der Larssons die damalige Gesellschaft wieder, in der die Armen nur durch harte, körperliche Arbeit überleben konnte, sich jedoch erste Alternativen zum Geldverdienen boten. Der Aufbruch zu neuen Ufern zeigt sich in Marias Durchsetzungskraft, die sie zeitlebens vorantrieb. Gegen Ende hin vermisst man ein wenig den Höhepunkt, auf den die Geschichte zulaufen sollte. So bleiben "Die ewigen Momente der Maria Larsson" eben genau das, Momente eines Lebens. So sehr man sich auch wünscht, dass Maria endlich ihren Mann verlässt und ihr eigenes Glück in den Vordergrund stellt, so sehr glaubt sich die Hauptfigur ihrer Pflichten als gute Ehefrau und Mutter bewusst. Sie stellt sich dem Schicksal, das Gott ihr vorherbestimmt hat, und versucht sich mit ihrer Leidenschaft fürs Fotografieren kleine Inseln zu schaffen, in denen sie ganz sie selbst sein kann. Diese Augenblicke setzt Jan Troell in wirkungsvolle Bilder um, die mit Licht, Schärfe und Tiefe spielen und kleine Kunstwerke für sich sind. Ein würdiges Denkmal für eine starke Persönlichkeit.
Die ewigen Momente der Maria Larsson
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Die ewigen Momente der Maria Larsson (Kino) 2008
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewinnt Maria eine Fotokamera. Nach dem wachsenden Ärger mit ihrem trinkfreudigen Mann Sigfrid entdeckt sie Jahre später ihre Liebe zur...  Clip starten

In "Die ewigen Momente der Maria Larsson" beleuchtet der schwedische Regisseur Jan Troell mit wirkungsvollen Bildern eine Geschichte aus der Verwandtschaft seiner Frau.
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