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Séraphine

Originaltitel
Séraphine
Genre
Biographie
 
Frankreich/Belgien 2008
 
125 min
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
30.07.2009 ( D | CH | A ) bei Xenix Film
 
 
Regie
Darsteller
Links
|0  katastrophal
brilliant  10|
9,0 (1 User)
7,0 (Filmreporter)
Séraphine (Kino) franz. 2008
Xenix Filmverleih
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Séraphine - die Entdeckung einer Naiven Künstlerin

Frankreich, 1912: Der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde (Ulrich Tukur) zieht sich mit seiner Schwester ins beschauliche Senlis. In einem gemieteten Haus will er dem hektischen Treiben in Paris entfliehen und sich ganz aufs Schreiben konzentrieren. Um den Haushalt kümmert sich Séraphine Louis (Yolande Moreau), eine introvertierte Frau, die von Uhde kaum beachtet wird. Er ahnt nicht, dass Séraphine eine talentierte Malerin ist, die sich des Nachts ihrer Kunst widmet. Eines Tages entdeckt Uhde ein kleines, auf Holz gemaltes Bild, von dem er sofort fasziniert ist. Er kann kaum glauben, dass das Bild von seiner Haushälterin stammen soll. Als er andere Werke seiner Hausangestellten zu sehen bekommt, ist er davon überzeugt, eine bedeutende Künstlerin entdeckt zu haben, die unbedingt unterstützt werden muss. Uhde, ein Förderer Pablo Picassos und Entdecker Henri Rousseaus, kauft sämtliche Bilder Séraphines und überzeugt sie davon, sich voll und ganz der Malerei zu widmen. Kaum auf dem Höhepunkt ihres Erfolges angekommen, wird Séraphines Leben jedoch von immer häufiger auftretende Wahnvorstellungen verfolgt.


Unter Kunstkennern gilt Séraphine Louis als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Naiven Kunst. Die geradezu wundersame Geschichte ihrer Entdeckung durch den einflussreichen Kunstsammler Wilhelm Uhde eignet sich hervorragend als Vorlage einer filmischen Biographie. Erfreulicherweise bedient Regisseur Martin Provost nicht die typischen Biopic-Konventionen von Aufstieg und Fall eines Künstlers. Der biographische Hintergrund Séraphines tritt in seiner Verfilmung in den Hintergrund. Sein Hauptaugenmerk gilt dem unbedingten Schaffensdrang der Künstlerin. Mit viel Liebe zum Detail zeigt Provost wie Séraphine ihre eigenen Farben zusammenmischt, die Arbeitsmaterialien für das Malen vorbereitet, ihre Inspiration in der Natur sucht. Für diese handlungsarmen, fast meditativen Szenen nimmt sich der Regisseur ungeheuer viel Zeit. In diesen Momenten reflektiert der Film ohne Worte den außerordentlichen Stellenwert der Kunst für eine Frau, die lieber hungert, als auf Farbe und Pinsel verzichten zu müssen. Bewusst setzt der Regisseur den kräftigen Farben von Séraphines Schaffen kühl fotografierte Filmbilder entgegen. Nur wenn die Protagonistin ihre suggestiven Blumengemälde malt, taucht der Regisseur seine Protagonistin in ein wärmeres Licht. Nur wenn sie malt, ist die Kamera ganz nah dran an Séraphine, werden die Gesichtszüge der wundervoll nuanciert agierenden Hauptdarstellerin Yolande Moreau weicher. Das komplexe Innenleben der Protagonistin erschließt sich oft anhand dieser subtilen Annäherung der Kamera. So wird Provosts Werk in seinen besten Momenten selbst zum kunstvollen Gemälde.
Séraphine
Xenix Filmverleih
Séraphine (Kino) franz. 2008
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