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The Last Station

Originaltitel
The Last Station
Genre
Drama
 
Deutschland 2008
 
112 min
Medium
Kinofilm
Regie
Darsteller
Links
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brilliant  10|
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8,0 (Filmreporter)
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Ein russischer Sommer (Kino) 2008Warner Bros. Pictures

Die letzten Tage im Leben von Leo Tolstoy

Wir befinden uns im Jahre 1910: Leo Tolstoy (Christopher Plummer) und Ehefrau Sofya (Helen Mirren) sind seit 48 Jahren miteinander verheiratet. Wie in jeder Beziehung haben sie gute und schlechte gemeinsame Zeiten erlebt. Doch nun ist Sofya außer sich vor Wut: Hilflos muss sie mit ansehen, wie Tolstoys enger Vertrauter und guter Freund Vladimir Chertkov (Paul Giamatti) ihren Mann dazu bringen will, die Rechte an seinen Werken nicht ihr und den Kindern, sondern dem russischen Volke zu vermachen. Verzweifelt versucht sie, den neuen Sekretär ihres Mannes, Valentin Bulgakov (James McAvoy), auf ihre Seite zu ziehen. Der wurde aber bereits von Chertkov beauftragt, über alle Ereignisse im Landhaus Buch zu führen. Ihm geht es vor allem darum, Sofya bei Tolstoy anzuschwärzen. Bulgakov weiß weder ein noch aus. Einerseits bewundert er Tolstoys Ansichten, erklärt sich zu einem bedingungslosen Anhänger seiner Lehren. Zudem glaubt er an die Kraft der Liebe und will die starke Beziehung des Ehepaares keinesfalls zerstören. Zeitgleich lernt er die unbekümmerte und hübsche Lehrerin Masha (Anne-Marie Duff) kennen, die unbekümmert mit Themen wie Liebe und Sex umgeht. Im Nu erobert sie sein Herz. Vladimir Chertkov beobachtet diese Entwicklung mit Argusaugen, er befürchtet, seinen bei Tolstoy platzierten Spion zu verlieren.


"Ein russischer Sommer" ist eine Wohltat. Der Film basiert auf einem Roman von Jay Parini. Regisseur Michael Hoffman schafft ein episches Werk ohne Schmalz oder unnütze Tränen. Es geht um die letzten Monate im Leben des großen, russischen Literaten und Politikers Leo Tolstoy. Im Zentrum steht Liebe, Eifersucht und Leidenschaft. Hoffman konzentriert sich nicht nur auf Tolstoy selbst. Breiten Raum gibt er dessen jungen Sekretär, brillant dargestellt von James McAvoy. Der hat schon bei "Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht" sein Talent bewiesen. "Ein russischer Sommer" überzeugt nicht nur durch seine gelungene, sensible Erzählweise. Helen Mirren und Christopher Plummer geben ein Leinwand-Paar ab, das schon lange nicht mehr auf der Leinwand zu sehen war. Rund um Leo Tolstoy und seiner Frau Sofya schafft Hoffman eine atmosphärische Welt, in die das Publikum sofort eintauchen kann. Auch wenn man wenig Wissen von Tolstoys Lehren, Gedanken und Werken hat, macht die Literaturverfilmung Lust auf mehr. Es wäre nicht verwunderlich, würde man nach dem Film in den nächsten Buchladen laufen und die 1.600 Seiten dicke Fassung von "Krieg und Frieden" kaufen.
Ein russischer Sommer (quer) 2008Warner Bros. Pictures
"Ein russischer Sommer" ist eine Wohltat. Der Film basiert auf einem Roman von Jay Parini. Regisseur Michael Hoffman schafft ein episches Werk ohne Schmalz und Kitsch. Es...
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