Rohfilm GmbH
Achterbahn

Achterbahn

Originaltitel
Achterbahn
Genre
Dokumentarfilm
Land /Jahr
Deutschland 2009
 
98 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
02.07.2009 ( Kino Deutschland ) bei Rohfilm
Regie
Peter Dörfler
Darsteller
Marcel Witte, Norbert Witte, Pia Witte, Sabrina Witte
Links
IMDB
Homepage
http://www.achterbahn-der-film.de
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungTrailerGalerieDVDs
Tragische Achterbahnfahrt voller Höhen und Tiefen
Melancholisch blickt der 54-jährige Norbert Witte in die Ferne. Er sitzt in der titelgebenden "Achterbahn", die so etwas wie ein Sinnbild für den Verlauf seines Lebens ist. Denn das hat einige Hochs und Tiefs zu bieten. Oder, wie es sein Anwalt in der Dokumentation ausdrückt: Norbert Witte gibt sich mit Mittelmaß nicht zufrieden. In den 1980er Jahren war der Schausteller verantwortlich für das größte Unglück auf einem deutschen Rummelplatz der Nachkriegsgeschichte. Sieben Menschen sterben und mehr als 20 werden verletzt, weil sein Teleskopkran in die Flugbahn des benachbarten Karussells Skylab gerät. Witte kommt in Untersuchungshaft und wird infolgedessen Angestellter seiner Ehefrau. Da Norbert Witte in Deutschland keine Zulassung mehr bekommt, bereist die Familie mit ihren Fahrgeschäften das ehemalige Jugoslawien und Italien. Erst mit der deutschen Einheit sieht der Jahrmarktbetreiber wieder eine Chance in Deutschland. Die durch seine damalige Gattin Pia vertretene Spreepark GmbH erhält den Zuschlag für den ehemaligen VEB Kulturpark Berlin. 2001 muss der Spreepark jedoch Insolvenz anmelden. Witte setzt sich mit dem größten Teil der Fahrgeschäfte und seiner Familie nach Peru ab. Der Plänterwald wird geschlossen. Familie Witte versucht in dem südamerikanischen Land einen Neuanfang. Doch die Eröffnung des Witteschen Lunaparks verzögert sich. Ein Ende der Probleme ist nicht abzusehen.
Dezent ist die Bildsprache in Peter Dörflers Dokumentation und doch verzichtet er nicht auf einige Akzente. Das Anfangs- und Endbild der Titel gebenden Achterbahn geben Hinweise, aber auch die Archivfotografien werden anschaulich eingebunden. Den Schwerpunkt legt der Filmemacher aber auf die Lebensgeschichte seines Protagonisten. Zu recht, denn die ist ereignisreich genug. Schausteller Norbert Witte trägt eine große Last auf seinen Schultern. Trotzdem gibt er nicht auf. Im Verlauf des Films kommen seine Verdrängungsmechanismen immer mehr ans Licht. Auch die Rolle und Stärke von Wittes Ehefrau Pia wird deutlich. Dörfler verzichtet auf einen Kommentar. Die Aussagen der Beteiligten sprechen für sich. Wittes Person bleibt dadurch zwar nicht unangetastet, aber seine Entscheidungen werden nachvollziehbar. So ergibt sich ein anschauliches Portrait eines Mannes, der hoch hinaus wollte und tief gefallen ist.
Katharina Gärtner/Filmreporter.de
Videoclip: Achterbahn
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Galerie: Achterbahn
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