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The Limits of Control

Originaltitel
The Limits of Control
Genre
Krimi
 
2009
 
117 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
28.05.2009 ( D | CH | A ) bei TOBIS Film
 
 
Regie
Darsteller
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The Limits of Control (Kino) 2008
TOBIS Film
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Jim Jarmuschs fantastisch unwirkliche Reise

Ein Mann (Isaach De Bankolé) ist auf einer Herrentoilette eines Flughafens. Er betrachtet seine Hände, macht Taijiquan (Schattenboxen), Atem- oder Entspannungsübungen. So genau weiß man das nicht. Er trägt einen blauen Maßanzug, dazu ein Hemd. Anschließend trifft er sich mit zwei Männern. Er bekommt einen Schlüssel und den Auftrag, sich an seinem Ankunftsort in ein Café zu setzen und zu warten. Nichts weiter, das war's. Der Mann setzt sich in das Flugzeug und fliegt nach Spanien. Was er dort zu erledigen hat, bleibt unausgesprochen. Er folgt seinen Auftrag, setzt sich in das Café, bestellt zwei Espressi. Dieses Ritual wiederholt er täglich. Manchmal sitzt er alleine, manchmal setzen sich andere zu ihm wie der Man mit der Violine (Luis Tosar) oder die rätselhafte Blondine (Tilda Swinton). Sie alle tauschen mit dem Mann Streichholzschachteln aus, in denen sich verschlüsselte Botschaften befinden. Als der Mann eines Tages in sein Zimmer zurückkehrt, räkelt sich eine nackte Frau (Paz de la Huerta) auf dem Bett. Auch von ihr sollte er eine Streichholzschachtel bekommen. Wo werden ihn die vielen Botschaften letztlich hinführen und was ist sein Auftrag?


Bei Jim Jarmuschs "The Limits of Control" ist die individuelle Interpretationsleistung jedes einzelnen Zuschauers gefragt. Insofern ist folgende Kritik nur der Versuch einer von vielen möglichen Rückschlüsse auf Handlung und Intention. Der Regisseur beschreibt eine Geschichte, die sich mehr im Kopf der Protagonisten und des Publikums abspielt, als konkret auf der Leinwand. Das Publikum erfährt nichts über die Motivation, die Gründe oder den vermeintlichen Auftrag, den der Mann am Flughafen (Isaach De Bankolé) erhält. Dieser scheint auch nebensächlich, im Vordergrund stehen die Stationen auf seinem Weg dahin. Diese werden zwar konkret von Personen dargestellt, stehen jedoch alle für etwas anderes. Auch die Dialoge lassen wenig Rückschlüsse auf sein Handlungsziel zu. Er selbst ist äußerst schweigsam, und lässt sich nur ab und zu hinreißen, kurze Sätze oder einzelne Worte zu sagen. Zwar reden die anderen Protagonisten mehr, doch ihre kryptischen Monologe geben auch nicht mehr Aufschluss über das Ziel. Insofern ist auch hier die Interpretationsleistung des Zuschauers gefragt.

Die Monologe und Dialoge geben also wenig Aufschluss, ebenso wenig das Zitat aus dem Gedicht "Das trunkene Schiff" ("Le bâteau ivre") von Arthur Rimbaud. Dieses führt Jarmusch zu Beginn des Films in einem Prolog ein. Es soll die Reise des Hauptdarstellers abstrahieren. Tatsächlich begleitet es ihn durch den gesamten Film. Ebenso die Musik, die sich im Verlauf der Handlung aufbaut und gegen Ende ihr musikalisches Finale erfährt. "The Limits of Control" ist ein Experimentalfilm, doch die Bezeichnung ist angebracht und unpassend zugleich. Denn Jim Jarmusch versteht sein Handwerk. Seine im Laufe des Films entworfenen Bilder sind schlicht fantastisch. Andererseits ziehen sich manche Episoden zu sehr in die Länge. Vielleicht ist aber genau dies Jarmuschs Absicht. Vielleicht will er das Publikum auf eine Reise zu unterschiedlichen emotionalen Ebenen entführen, auf eine künstlerische, musikalische, philosophische und wissenschaftliche Reise, deren Ende profan erscheint. Denn schließlich ist der Weg das Ziel.
Tilda Swinton
TOBIS Film
The Limits of Control (Kino) 2008
zu den Trailern: The Limits of control
Ein Mann (Isaach De Bankolé) ist auf einer Herrentoilette eines Flughafens. Er betrachtet seine Hände, macht Taijiquan (Schattenboxen), Atem- oder Entspannungsübungen.  Clip starten

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