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Alice im Wunderland

Originaltitel
Alice in Wonderland
Alternativ
Alice im Wunderland 3D
Genre
Kinderfilm, Fantasy
 
USA 2010
 
102 min
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
04.03.2010 ( D | D | CH | A ) bei The Walt Disney Company Austria
 
 
Regie
Darsteller
Homepage
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|0  katastrophal
brilliant  10|
6,4 (8 User)
Alice im Wunderland (Kino) 2010
Walt Disney Studios Motion Pictures
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Tim Burton bittet zum Tee ins Wunderland

Aus der kleinen Alice ist eine junge Frau (Mia Wasikoska) von 19 Jahren geworden. Ihre Eltern möchten sie gerne mit Hamish Ascot (Leo Bill) verheiratet sehen und organisieren eine große Gartenparty, während deren Verlauf der junge Lord ihr einen Heiratsantrag machen soll. Alice ist von der arrangierten Ehe jedoch gar nicht begeistert, ihr ist Hamish viel zu langweilig. Viel interessanter ist da schon dieses seltsame weiße Kaninchen, das mit einer Taschenuhr hektisch durch den Garten hoppelt. Alice folgt dem ungewöhnlichen Nagetier und fällt prompt durch das Loch des Kaninchenbaus in eine andere Welt - dem Unterland. Dort wird sie schon sehnlich von dem verrückten Hutmacher (Johnny Depp) erwartet, denn Alice soll das Land vor der Schreckensherrschaft der Roten Königin (Helena Bonham Carter) retten. Alice erinnert sich nicht mehr daran, dass sie als kleines Mädchen schon einmal in Unterland war und die phantastische Welt damals Wunderland nannte. Anfangs steht sie den wundersamen Wesen wie der Grinsekatze, der Schlafmaus und der Wasserpfeife rauchenden Raupe Absalom noch skeptisch gegenüber. Doch dann nimmt sie zusammen mit ihren Freunden den Kampf gegen die Rote Königin und deren Schwester, die Weiße Königin (Anne Hathaway), auf.


Tim Burton ist bekannterweise nicht der erste Regisseur, der sich an die filmische Adaption des Kinderbuchklassikers von Lewis Carroll macht. Das Märchen wurde bereits mehr als 20 Mal für Kino oder Fernsehen verfilmt. Die erste Kinoversion entstand bereits im Jahr 1903. 1951 schufen die Walt-Disney-Studios eine erste Zeichentrickadaption. Die Besetzungsliste von Burtons Realfilm mutet sich wie ein Familientreffen an. Seine Lebensgefährtin Helena Bonham Carter spielt die Rote Königin und der Patenonkel seiner Kinder Johnny Depp wird zum verrückten Hutmacher. Auch der übrige Cast kann sich sehen lassen. Anne Hathaway, Stephen Fry, Christopher Lee und Alan Rickman werden in Real- und Sprechrollen zu Figuren in Carrolls Fantasiewelt. Lediglich die australische Hauptdarstellerin Mia Wasikoska ist dem Kinopublikum noch weitgehend unbekannt. Wer sich an Burtons bisheriges Werk, etwa "Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street", "Charlie und die Schokoladenfabrik" oder "Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" erinnert, kann sich ungefähr vorstellen, was er von dessen Verfilmung von Alice im Wunderland zu erwarten hat: bunte Kulissen und Charaktere, die zwischen düster und skurril fröhlich schwanken. Um seine Version auch visuell ansprechend zu gestalten, verwendete Burton verschiedene tricktechnische Verfahren wie die Greenscreen-Technologie, Computeranimation, das Motion-Capture-Verfahren und 3D. "Es ging bis jetzt immer um ein kleines, passives Mädchen, das in einer Wunderwelt verschiedene Abenteuer besteht und dabei mit merkwürdigen Charakteren konfrontiert wird. Es gab da nie einen gewissen Tiefgang. Und deshalb ist das hier der Versuch, die Ideen dieser Geschichten zu benutzen und damit etwas zu erschaffen, das zwar nicht sprichwörtlich dem Buch entnommen ist, aber dennoch dessen Geist aufrechterhält", erklärt Burton sein Konzept.

Klangreise durchs Unterland
Danny Elfman schrieb mit dem Score zu "Alice im Wunderland" die passende Untermalung von Tim Burtons phantastischen Bildern. Ebenso wie der Film ist auch die Musik eine Mischung aus düsteren und bedrohlichen Motiven, kombiniert mit einer Klangvielfalt, die den Zuhörer ins Unterland lockt. Die Musik weckt Emotionen. Zum einen werden die Gefühle der Charaktere spürbar, zum anderen aber auch drohende Gefahren und Überraschungen angekündigt. Dieses setzt Elfman mit den klassischen Methoden der Filmkompositionen um, Dur und Moll, Crescendi und Decrescendi sowie die Instrumentierungen werden gekonnt in die Musik eingebunden. Die Gesamtkomposition ist bis ins Detail strukturiert, wirkt aber dennoch nicht steril.

Technisch ist die CD sauber, der Sound klar und brillant. Das einzige technische Manko ist im Mastering zu finden. Die Fadeouts einzelner Tracks sind zu schnell. Das tut dem Hörgenuss nur dann einen Abbruch, wenn man die Stücke einzeln hören möchte. Da jedes Stück direkt an das vorhergegangene anschließt, oder sogar in selbiges übergeht, ist es beim Hören nicht störend. Schade ist, dass den einzelnen Charakteren keine eigenen Themes zugedacht sind. Danny Elfman und Tim Burton blicken auf viele Jahre gemeinsames Schaffen zurück. Unter dem Duo entstanden beispielsweise "Edward mit den Scherenhänden", "Big Fish - der Zauber, der ein Leben zur Legende macht" und "Charlie und die Schokoladenfabrik". Zudem komponierte Elfman die Musik zu "Good Will Hunting", "Men in Black" und "Milk". Dem Fernsehpublikum ist der Komponist durch die Themenmusik der Serien "Die Simpsons" und "Desperate Housewives" bekannt. Elfman hat ein Talent, das nur wenige Filmkomponisten besitzen. Seine Scores untermalen nicht nur den Film perfekt, sondern funktionieren auch als eigenständiges Musikwerk. So auch bei "Alice im Wunderland". Die zauberhafte Welt von Tim Burtons Weiterentwicklung der Lewis Carroll Romane "Alice im Wunderland" und "Alice hinter den Spiegeln" wird durch den Score zum Leben erweckt. (Scorekritik: Eiryan/Filmreporter.de)
Alice im Wunderland
Walt Disney Studios Motion Pictures
Alice im Wunderland (Kino) 2010
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