Leoparden küßt man nicht
Kinowelt
Leoparden küßt man nicht

Leoparden küßt man nicht

Originaltitel
Bringing Up Baby
Alternativ
Leoparden küsst man nicht
Genre
Romanze, Komödie
Land /Jahr
USA 1938
 
97 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
18.03.1966 ( Kino Deutschland ) bei MFA+ Film Distribution
Regie
Darsteller
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
8,0 (1 User)
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungNewsTrailerGalerieDVDs
Howard Hawks Screwball Comedy mit Cary Grant
Der etwas vertrottelte und linkische Professor David - meisterhaft komisch gespielt von Cary Grant - soll für sein Museum eine Million Dollar Spendengelder aufbringen. Auf dieser Mission trifft er auf die reiche und exzentrische Erbin Susan Vance (Katharine Hepburn), die fortan nur eines im Sinn zu haben scheint, sein Leben komplett auf den Kopf zu stellen. Die überdrehte junge Lady entreißt ihm mit einer naiven Unbeschwertheit zuerst Golfball, dann Auto, zerreißt seinen Frack, verhindert die Hochzeit mit der steifen Alice Swallow und entführt den zunehmend irritierten Wissenschaftler schließlich nach Connecticut.

Dort will sie ihrer Tante einen zahmen Leoparden zum Geschenk machen. In der märchenhaften Idylle verliert David fast den Verstand. Schließlich muss er mit dem kleinen Hund George nach dem verloren gegangenen, für seine Arbeit aber unverzichtbaren prähistorischen Knochen suchen, für den vermeintlich zahmen Leopard singen bis er schließlich nach unzähligen weiteren kleineren und größeren Katastrophen gar im Gefängnis landet. Trotz all der Missgeschicke stellt sich der Tag als der aufregendste in Davids Leben heraus.
"Bringing up Baby" entstand im Jahr 1938 als einer der ersten Filme des damals neuen Genres der Screwball Comedy. Während sich die Begeisterung bei Zeitgenossen in Grenzen hielt, avancierte sie über die Generationen hinweg zu einem echten Klassiker. Gründe dafür sind sicherlich die Atemlosigkeit, Exzentrik, der Witz und nicht zuletzt das Urteil der Filmemacher des Film Noir, die den Amerikaner Howard Hawks in die Riege der Autorenfilmer hoben.

Hawks hat mit so unterschiedlichen Filmen wie "Scarface", "Tote schlafen fest", "Sein Mädchen für besondere Fälle", "Rio Bravo" oder "Hatari" Filmgeschichte geschrieben. Kennzeichen seines Filmstils sind unter anderem eine schlichte Kameraführung - meist auf Augenhöhe des (sitzenden) Zuschauers, ein Wechsel von actionreichen Nachtszenen und wortgewaltigen Tagszenen und schnelle Dialoge. So auch in "Leoparden küsst man nicht": David alias Cary Grant muss schnell lernen, sich der ungeheuren Sprechgeschwindigkeit von Susan (Katharine Hepburn) anzupassen. Das Ergebnis sind witzige Wortgefechte, die für Susan vor allem eines bedeuten: Spiel und Spaß. Während sie seinen Umgang wahrhaft genießt, lacht David im gesamten Film kein einziges Mal - selbst die letzte Umarmung nach dem Zusammenbruch des Skeletts nimmt David schon fast resigniert hin.

Der Film besticht insgesamt nicht nur durch zwei meisterhafte Komiker, die der Slapsticktradition durch viele Stürze alle Ehre erweisen, durch rasante Geschwindigkeit, märchenhafte Schauplätze in der Idylle Connecticuts, sondern auch durch eine Ansammlung komplett verrückter Charaktere. Das garantiert nicht nur angestrengtes Mitfühlen mit dem gebeutelten David, sondern vor allem Spaß!
Simone Seidel/Filmreporter.de
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2021