FILMREPORTER.DE
Best Entertainment
Filmreporter-RSS

Auf der Suche nach dem Gedächtnis - Der Hirnforscher Eric Kandel

Originaltitel
Auf der Suche nach dem Gedächtnis - Der Hirnforscher Eric Kandel
Alternativ
A Nobel's Life
Genre
Dokumentarfilm
 
Deutschland 2008
 
94 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
25.06.2009 ( D ) bei W-film Filmproduktion & Filmverleih
 
 
Regie
Darsteller
Homepage
Links
|0  katastrophal
brilliant  10|
(0 User)
7,0 (Filmreporter)
 Es gibt noch keine Userkritik!
Auf der Suche nach dem Gedächtnis (Kino) 2008
W-Film
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten

Ergreifendes Porträt über jüdischen Neurobiologen

Im Jahr 2000 wird der US-amerikanische Neurowissenschaftler Eric Kandel für seine Erkenntnisse zur Signalübertragung im Nervensystem mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Seine Motivation ist für einen Wissenschaftler ungewöhnlich, da sie einen direkten Bezug zu seiner persönlichen Vergangenheit hat: Der gebürtige Österreicher hat sich nach seinen traumatischen Kindheitserlebnissen im Dritten Reich der Psychoanalyse zugewendet. Als Spross einer jüdischen Familie wuchs er in Wien auf und sah sich nach der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich Repressionen und Anfeindungen ausgesetzt. Nachdem der Familie Kandel all ihr Hab und Gut genommen wurde, gelang ihr 1939 die Emigration in die USA. Doch die Erinnerungen an das Erlebte lassen Eric Kandel fortan nicht mehr los. Er will wissen, wie und warum es gespeichert wird, sein besonderes Forschungsinteresse gilt der Motivation des menschlichen Gedächtnisses.


Petra Seegers "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" ist mehr als ein Portrait des Menschen Eric Kandels. Dem Zuschauer werden in der Dokumentation auch die Forschungsergebnisse des Wissenschaftlers Kandel näher gebracht. Obwohl diese stark vereinfacht werden, fordern sie dem Zuschauer ein hohes Maß an Konzentration ab. Die Regisseurin stellt die Forschungen den persönlichen Erfahrungen ihres Hauptdarstellers gegenüber. Durch diese Parallelität wird die abstrakte Theorie greifbar, indem ihr anhand von konkreten Beispielen aus Kandels schicksalhafter Kindheit Leben eingehaucht wird. Der Hauptdarsteller ist gewissermaßen Studienleiter und Studienobjekt in Personalunion. Das schafft eine große Nähe zu dem Menschen Eric Kandel, der weit davon entfernt ist, für den Zuschauer ein farbloser Wissenschaftler zu bleiben. Diese beeindruckende Nähe wird jedoch nicht nur durch besagte Erzählstruktur generiert, sondern auch durch das liebenswerte Wesen des Protagonisten. Eric Kandel hat eine unvergleichbar sympathische Art. Sein eher unvorteilhaftes Lachen ist ansteckend und herzerwärmend. Ebenso ergreifend ist die Intimität, die er erzeugt, indem er auch persönliche Erinnerungen mit dem Publikum teilt. Die Tatsache, dass Kandel nicht den Zeigefinger erhebt, überrascht: Ob er in Wien vor der ehemaligen Wohnung steht, aus der seine Familie vertrieben wurde, oder einen Fluchttunnel in einem Kloster begeht, in dem er als Kind vor den Nationalsozialisten versteckt wurde. Eric Kandel klagt nicht an, er beschreibt ohne zu werten, permanent lächelnd, seine Lebensgeschichte. Das wirkt intensiver, als die in solchen Fällen übliche Suggestion von Schuld. Man stellt mit Verblüffen fest, dass man als Zuschauer ein aufrichtigeres Gefühl von Schuld empfindet, als wenn diese in Guido Knopp Dokumentationen eingefordert wird. Um Missverständnisse auszuräumen sei erwähnt, dass Kandel bei diesem Thema zwar nicht anklagend, aber durchaus mahnend und trotz aller Freundlichkeit sehr wachsam ist. Auf einer Konferenz in Wien bringt er dies und gleichzeitig seine Motivation zur Wissenschaft auf den Punkt: "Nach dem Holocaust lautete das Motto der Juden: Niemals vergessen! Wachsam gegenüber Rassismus und Hass zu sein... Meine wissenschaftliche Arbeit widmet sich den biologischen Grundlagen dieses Mottos: den Prozessen im Gehirn, die uns zur Erinnerung befähigen." Regisseurin Seeger gelingt es überzeugend, Beruf wie Berufung des Portraitierten zu verknüpfen. Dadurch wird sie sowohl dem Wissenschaftler wie auch dem Menschen Eric Kandel gerecht.
Marc Kandel, Auf der Suche nach dem Gedächtnis
W-Film
Auf der Suche nach dem Gedächtnis (Kino) 2008
"Auf der Suche nach dem Gedächtnis" ist ein Porträt über Nobelpreisträger Eric Kandel. In Form einer Dokumentation begleitet Regisseurin Petra Seeger den Wissenschaftler in...  Clip starten

Petra Seegers "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" ist mehr als ein Portrait des Menschen Eric Kandels. Dem Zuschauer werden in der Dokumentation auch die Forschungsergebnisse...
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten
© 2020 Filmreporter.de