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Zelle

Originaltitel
Zelle
Genre
Thriller
 
Deutschland 2007
 
89 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Regie
Darsteller
Homepage
Links
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4,0 (Filmreporter)
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Zelle (DVD) 2007
Renaissance Medien
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

Bijan Benjamins Diskurs über Terror in Deutschland

Der irakische Student Tariq (Yunus Cumartpay) hat Angst um seine Familie: Er lebt weitab seiner Heimat und seine Verwandten müssen sich im unsicheren Irak durchschlagen. Doch der Maschinenbaustudent gibt sich kämpferisch: "Selbstmitleid ist nicht so mein Ding! Das bringt nichts!" So plant der unauffällige junge Mann einen Bombenanschlag in der Kölner U-Bahn. Sein Ziel ist, den Terror nach Deutschland zu bringen. In seinem Unterfangen ist er nicht allein. Der deutsche Student Marc (Aurel von Arx) ist zum Islam übergetreten und sucht in der Terrorzelle Ersatz für seine zerrüttete Familie. Der türkische Taxifahrer Mesut (Erkan Gündüz) ist von Tariq finanzielle abhängig und gerät so in die Fänge der Gruppe. Sarajevo (Kasem Hoxha) stößt ebenfalls zu der Terrorzellle. Der Bosnier hat die Hölle in seiner Heimat erlebt und ist zu allem bereit. Der letzte im Bunde ist der Türke Levent (Atilla Oener). Während sie an der Islamischen Revolution in Deutschland arbeiten, ermittelt die Polizei und kommt ihnen auf die Spuren. Eine blutige Tragödie bahnt sich an.


"Zelle" ist Bijan Benjamin s Regiedebüt. Das politische Drama wurde auf dem Festival des Films du Monde Montréal und im Rahmen der Internationalen Hofer Filmtage gezeigt. Besonders auffällig ist das kontrastreiche Lichtspiel. Der Regisseur setzt grelle Lichtquellen ein, welche die Einsicht in die meist dunklen Räume streckenweise mindert. Auch Erinnerungssequenzen sind von einem Lichtstrahl eingeleitet. Dies trägt zu der interessanten und durchaus gelungenen Optik des Dramas bei. Leider sind die Figuren auf der inhaltlichen Ebene ebenso kontrastreich gestaltet. Gute und schlechte, Verräter und Loyale - es herrscht eine strenge Trennung zwischen den Gruppen. Diese Einseitigkeit bei der Figurenzeichnung mag auf deren Fanatismus hindeuten. Jedoch stört sie das Filmvergnügen erheblich. Auch sonst schafft es das Drama nicht, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Das verkrampfte Spiel der Laiendarsteller und die unglaubwürdigen Monologe der Charaktere sind ein weiteres Manko von "Zelle".
Zelle
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