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Der weiße Scheich ("Die bittere Liebe", "Lo Sceicco Blanco", 1952)

Die bittere Liebe

Originaltitel
Lo Sceicco Blanco
Alternativ
Der weiße Scheich; Lo sceicco bianco
Genre
Komödie
Land /Jahr
Italien 1952
 
85 min
Medium
Kinofilm
Kinostart
27.04.1962 ( Kino Deutschland )
Regie
Federico Fellini
Darsteller
Alberto Sordi, Brunella Bovo, Leopoldo Trieste, Giulietta Masina, Ernesto Almirante, Lilia Landi
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IMDB
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brilliant  10|
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Frühwerk zeigt Federico Fellinis' Handschrift
Ivan (Leopoldo Trieste) und Wanda (Brunella Bovo) sind auf Hochzeitreise in Rom. Ein Verwandter des Mannes arrangiert für das frisch verheiratete Paar eine Privataudienz beim Papst. Vor dem Besuch des Allerhöchsten Würdenträgers der katholischen Kirche, verschlägt es die beiden jedoch in die Niederungen des italienischen Großstadtlebens.

Wanda ist leidenschaftliche Leserin von Fotoromanen. Vor allem für das Buch "Der weiße Scheich" ist sie Feuer und Flamme. Als sie die Einladung erhält, hinter die Kulissen der Verfilmung des Romans zu blicken, zögert sie nicht lange. Das Verschwinden der Frau bleibt von ihrem Gatten nicht lange unbemerkt. Auf der Suche nach durch die Straßen Roms erlebt er so manches Abenteuer, darunter auch ein amouröses mit einer Prostituierten (Giulietta Masina).

Auch Wanda begibt sich auf Abwege. Sie lässt sich mit ihrem großen Idol ein, dem Hauptdarsteller Fernando Rivoli (Alberto Sordi) von "Der weiße Scheich" - bevor sie von diesem und der Welt, die er repräsentiert, bitter enttäuscht wird.
"Der weiße Scheich" ist ein Frühwerk Federico Fellinis, der in den folgenden Jahren zu den bedeutendsten Filmemachern aller Zeiten heranreifen wird. Nachdem er zwei Jahre zuvor, also 1950, bei "Lichter des Varieté" an der Seite von Alberto Lattuada Koregie führt, sitzt er nun zum ersten Mal alleine auf dem Regiestuhl. Schon in dieser frühen Komödie zeigen sich der überbordende Erzählstil, die Poesie, die Wehmut, aber auch das Satirische und der bis ins Groteske reichende Humor des späteren Meisters.

Mit "Der weiße Scheich" - lief im deutschsprachigen Raum auch unter dem Titel "Die bittere Liebe" - setzt Fellini seine Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau Giulietta Masina fort, die zu seiner großen Muse werden wird. Die Schauspielerin ist hier zum ersten Mal in der Rolle der Prostituierten Cabiria zu sehen, die sie später in "Die Nächte der Cabiria" erneut unter der Regie Fellinis verkörpern wird. Insgesamt drehen die beiden sieben Filme zusammen, darunter neben "Die Nächte der Cabiria" auch die Klassiker "Das Lied der Straße - La Strada" und "Der Schwindler".

Auch der gemeinsame künstlerische Weg Fellinis mit Nino Rota nimmt mit "Der weiße Scheich" seinen Anfang. Es klingt in der bitterbösen Komödie bereits der unverwechselbare Klang des Filmkomponisten durch, mit dem er die Bilder des Regisseurs in den nächsten Jahren kongenial untermalen wird. Nach dem viel beachteten Einstand folgen Meisterwerke wie "Das süße Leben", "Achteinhalb" und "Amarcord", deren poetische Kraft und Unverwechselbarkeit sich wesentlich Rotas Genie verdanken.
Redaktion Ricore Text
Szenenbilder zu "Lo Sceicco Blanco" ("Der weiße Scheich"), einem Frühwerk Federico Fellinis.
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Der weiße Scheich ("Die bittere Liebe", "Lo Sceicco Blanco", 1952)
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2021