Prokino
Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte

Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte

Originaltitel
Serge Gainsbourg, vie héroïque
Alternativ
Gainsbourg (vie héroïque)
Regie
Joann Sfar
Darsteller
Eric Elmosnino, Angelo Delbarre, Mathias Malzieu, Gilles Verlant, Chilly Gonzales, Chloé Coulloud
Kinostart:
Deutschland, am 14.10.2010 bei Prokino Filmverleih
Kinostart:
Österreich, am 29.10.2010 bei Filmladen
Kinostart:
Schweiz, am 22.04.2010 bei Pathé Films
Genre
Biographie
Land
Frankreich, USA
Jahr
2010
FSK
ab 12 Jahren
Länge
121 min.
IMDB
IMDB
Homepage
http://www.gainsbourg-derfilm.de
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
Es gibt noch keine Userkritik!
Respektable Hommage an einen verdienten Künstler
Ja. es stammt aus seiner Feder: jenes skandalträchtige Liebeslied mit dem Titel "Je t'aime...moi non plus". Mit Brigitte Bardot aufgenommen wurde der schmalzige Lied über die körperliche Liebe erst Jahre später von einer anderen Freundin interpretiert und veröffentlicht. Es hätte dem Ehemann von Brigitte gar nicht gefallen. Er hatte alle: Brigitte Bardot (Laetitia Casta), Juliette Gréco (Anna Mouglalis), Jane Birkin (Lucy Gordon) und ja, er liebte sie alle. Er prägte die Musik Frankreichs ebenso, wie seinen Film und andere Bereiche der Kunst. Er war eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Landes, aber auch eine der traurigsten. Er feierte bis zum Delirium und schuf in diesem Zustand auch noch geniale Werke. Die schrieben Geschichte - so wie der Künstler selbst.

Die Rede ist von Serge Gainsbourg (Eric Elmosnino), dem gescheiterten Maler, dem ruhmvollen Musiker und Komponisten, dem leidenschaftlichen Liebhaber. Schon in Kindertagen war er von der Malerei und der Musik fasziniert. Sein Ehrgeiz, wie sein Wahnsinn ebneten ihm den Weg bis ganz nach oben. Sein einprägsames Gesicht, vor allem die großen, abstehenden Ohren waren Zeit seines Lebens eine Metapher für seine Genialität.
"Ich möchte nicht hingehen und in Gainsbourgs Privatleben herumschnüffeln, um herauszufinden, wer er wirklich war. Die Wahrheit könnte mir gar nicht gleichgültiger sein. Ich liebe Gainsbourg viel zu sehr, um ihn ins Reich der Realität zurückzuholen. Ich möchte, dass dieser Film so viel Energie hat, wie ein Sergio-Leone-Western und so viel Eleganz, wie Fred Astaire. Ich möchte einen Kultfilm machen, keinen journalistischen Bericht über sein Leben abliefern". Dies sagt Regisseur Joann Sfar über seine Motivation, Serge Gainsbourg zu portraitieren.

Jene Western-Energie herauszuarbeiten ist dem Regisseur zwar nicht gänzlich geglückt, ebenso wenig wird sein Werk von Eleganz dominiert ist. Vielmehr herrschen musikalischer Wahnsinn und Besessenheit vor. Dennoch gelingt Sfar eine furiose Reise durch wichtige Etappen aus Gainsbourgs Leben. Rasante Kamerafahrten - stets von der Musik des Genies untermalt - schicken den Zuschauer in das Paris Mitte des 20. Jahrhunderts. Es ist eine ebenso unterhaltsame wie interessante Reise. Vor allem seine Affäre mit Brigitte Bardot (sehenswerte Laetitia Casta!) und der aufkommende Liebeskummer nach der Trennung verdeutlicht das ständige Auf und Ab in seinem Leben sehr anschaulich. Sfar liefert eine sehr persönliche Hommage an Gainsbourg ab, inszeniert diese auf einer analytischen Psycho-Ebene. Leider ist diese streckenweise zu anstrengend. Was dem Regisseur sehr gut gelingt: er liefert alles, aber keinen journalistischen Bericht über das Leben des Künstlers. Dafür gebührt ihm Lob und das macht sein Biopic so sehenswert.
Nina Klofac/Filmreporter.de
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2022