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Pina 3D

Pina 3D

tanzt tanzt tanzt, sonst sind wir verloren
Originaltitel
Pina
Alternativ
Tanzt (3D)
Regie
Wim Wenders
Darsteller
Nazareth Panadero, Regina Advento, Helena Pikon, Fabien Prioville, Jean-Laurent Sasportes, Franko Schmidt
Kinostart:
Deutschland, am 24.02.2011 bei Warner Bros. Pictures
Kinostart:
Deutschland, am 24.02.2011 bei Warner Bros. Pictures
Kinostart:
Österreich, am 08.04.2011 bei Filmladen
Kinostart:
Schweiz, am 14.04.2011 bei Filmcoopi
Genre
Biographie
Land
Deutschland
Jahr
2010
FSK
ab 0 Jahren
Länge
127 min.
IMDB
IMDB
Homepage
http://www.pina-film.de
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (3 User)
Wim Wenders bringt Pina Bauschs Tanzkunst ins Kino
Lange vor Beginn der Dreharbeiten zu "Pina" hat Wim Wenders den Traum, einen Film über das Werk der großen Tänzerin und Choreografin Pina Bausch zu inszenieren. Doch die nach Ansicht des Regisseurs noch nicht ausgereifte 3D-Technik ist der Grund, wieso die Realisierung des Projekts lange auf sich warten lässt. Kaum mit den Dreharbeiten begonnen, verstirbt die Künstlerin im Juni 2009 und das Vorhaben muss abermals verschoben werden.

Im Mittelpunkt von "Pina" stehen Bauschs Tanzstücke "Das Frühlingsopfer" (Uraufführung 1975), "Café Müller" (UA 1978) sowie "Vollmond" (2006), deren Aufführung Wenders auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses mit der Kamera begleitet. Mit dem vierten Stück "Kontakthof" (UA 1978) durchbricht der Filmemacher die Grenzen des Theaters und begibt sich mit der Kamera ins Freie. Mit den Tänzern des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch wurde das Stück an öffentlichen Plätzen, Industrielandschaften und in der weitläufigen Natur gefilmt. Über das bloße Tanzen hinaus lässt Wenders die Tänzer in einem weiteren Schritt seiner filmischen Annäherung an Bausch auch zu Wort kommen, indem er sie über ihre persönlichen Erfahrungen mit der Choreografin erzählen lässt. Diese Hommage findet dadurch ihre Ergänzung, dass die Tänzer ihre Beziehung zu Bausch auch tänzerisch zum Ausdruck bringen. Immerhin ist Tanz das Thema in "Pina" und der Tanz ist es auch, der im Mittelpunkt dieser Herzensangelegenheit des Filmemachers steht.
Seit James Cameron mit "Avatar - Aufbruch nach Pandora" das 3D-Kino wieder salonfähig gemacht hat, scheint es kaum Blockbuster zu geben, die nicht in diesem Format hergestellt werden. Die Stereoskopie ist geradezu zu einer Notwendigkeit geworden, will ein Film an der Kasse seine Ausgaben wieder einspielen. Dabei ist kaum jemandem in den Sinn gekommen, dass das Format in der Form, wie es vom konventionellen Erzählfilm genutzt wird, geradezu widersinnig ist. Denn als Technik des Raumes wird es in Filmen eingesetzt, die für den Raum nichts übrig haben, sondern eher auf Bildfolgen durch Montage, und somit die Zeit und deren Manipulation setzen. Allenfalls in gewissen Genres, etwa dem Tanzfilm oder in Spektakeln wie dem von Camerons "Avatar", in dem neue, der Fantasie entsprungene Räume erschlossen werden, findet die Stereoskopie ihre Berechtigung. Doch wird in diesen wenigen Ausnahmen die technische Innovation entweder meist durch triviale Handlungsmomente geopfert oder sie wird dramaturgisch nicht genug ausgeschöpft.

Wenn nun Autorenfilmer Wim Wenders seine Aufmerksamkeit dem 3D-Film zuwendet, dann ist allein das schon Anlass für Hoffnung auf eine Vertiefung der künstlerischen Dimension des Formats. Dass Wenders sicher nicht im Sinn hatte, lediglich auf die Erfolgswelle des 3D-Kinos zu springen oder seinem Film rein oberflächlich einen zeitgemäßen Look zu verpassen, geht bereits aus dem persönlichen Stoff hervor. 25 Jahre vor Beginn der Arbeit an "Pina" hat Wenders zum ersten Mal Bauschs Tanztheater gesehen und ist seitdem von ihrer Kunst "zutiefst bewegt und verzaubert". Als die Idee zu "Pina" allmählich reifte, hatte Wenders Vorbehalte, was die technische Umsetzung anbelangt. "Die zweidimensionale Kinoleinwand war bislang nicht in der Lage, weder emotional noch ästhetisch, Pina Bauschs Arbeit gerecht zu werden", so Wenders. "3D wird uns die Möglichkeit geben, den Zuschauer direkt auf die Bühne zu nehmen, mitten hinein ins Zentrum des Geschehens". Nicht also um des Oberflächenreizes und des Effekts willens griff Wenders zu diesem Format. Mit Hilfe des Films soll die Tanzkunst ästhetisch gezeigt werden, um ihre "Magie auf die Leinwand zu transportieren" (Wenders). Dass es sich bei diesem Versuch wieder um ein Tanzgenre handelt, beweist einmal mehr die Affinität des Tanzes mit 3D. Trotzdem erschöpft sich diese Technik nicht auf diesem Gebiet. Es bleibt zu hoffen, dass andere ambitionierte Filmemacher einen Schritt weiter gehen und das dramaturgische Potenzial der Stereoskopie ausschöpfen. Andernfalls ergeht es ihr, wie es ihr schon einmal passiert ist: Sie verliert ihren Reiz und geht angesichts des technischen wie finanziellen Aufwandes abermals unter.
Willy Flemmer, Filmreporter.de
Videoclip: Pina 3D
Im Mittelpunkt von "Pina" stehen Bauschs Tanzstücke "Das Frühlingsopfer", "Café Müller", sowie "Vollmond" (2006), deren Aufführung Wenders auf der...
 
Galerie: Pina 3D
Viele Jahre geht Wim Wenders mit der Idee zu einem Film über das Tanztheater von Pina Bausch schwanger. Kaum dass die Vorbereitung zum Projekt...
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2022