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Low Lights

LowLights - Eine Nacht, ein Ritual

Originaltitel
Artimos sviesos
Alternativ
Low Lights - Eine Nacht, ein Ritual
Genre
Drama
Land /Jahr
Deutschland/Litauen 2009
 
92 min, ab 6 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
29.04.2010 ( D ) bei 3L Filmverleih
Regie
Ignas Miskinis
Darsteller
Dainius Gavenonis, Donatas Vaisnoras, Jörg Reimers, Sarunas Puidokas, Juri Padel, Martynas Morkunas
Homepage
http://www.lowlights-derfilm.de
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten
Im Dunkel der Nacht den Alltagssorgen entfliehen
Eigentlich könnte Tadas (Dainius Gavenonis) mit seinem Leben ganz zufrieden sein. Er ist verheiratet, hat als Angestellter einer Versicherung ein sicheres Einkommen und renoviert gerade seine neue Wohnung. Doch Tadas ist unglücklich, denn sein Job erfüllt ihn nicht und mit Ehefrau Laura (Julia-Maria Köhler) redet er kaum noch. Er würde gerne mehr aus seinem Leben machen, weiß aber nicht, wie er aus der Alltagsroutine ausbrechen soll. Als er seinem alten Schulfreund Linas (Jonas Antanelis) begegnet, hat dieser eine Idee: Er will Tadas in die Rituale des "Night Driving" einführen. Einfach ins Auto setzen, immer nur zwei Liter Benzin tanken und durch die nächtlichen Straßen der Stadt kurven, ohne ein Ziel vor Augen zu haben. Tadas lässt sich darauf ein, ist zunächst aber wenig angetan vom sinnlosen Umherfahren. Die Nacht nimmt eine unerwartete Wendung, als sie auf eine junge Frau treffen, die sich ebenfalls Ziellos von der Nacht treiben lässt. Linas fühlt sich zu der Nachtschwärmerin sofort hingezogen. Tadas aber traut seinen Augen und Ohren nicht: Die Fremde ist seine Frau Laura, die sich als jemand anderes ausgibt und so tut, als ob sie ihren Mann nicht kennen würde. Tadas beschließt, das Spiel mitzumachen und findet zunehmend Gefallen an der ungewöhnlichen Situation.
"Ein Neustart! Wie bei einem Computer, der sich aufgehängt hat." So beschreibt Linas eines der vielen Rituale, die er sich für das "Night Driving" ausgedacht hat. Man macht die Autoscheinwerfer aus, hält den Atem an und fährt einen Moment lang in völliger Dunkelheit. "Du machst das Licht erst wieder an, wenn du keine Luft mehr kriegst." Linas' Credo der Nacht bringt die Grundhaltung von "LowLights" auf den Punkt. Die Hauptfiguren ersticken förmlich an ihren eintönigen Existenzen und brauchen dringend eine Veränderung. Tadas ist von seinem öden Job frustriert, die Ehe mit Laura ist auf Formalitäten reduziert. Und auch Linas wird hinter seiner selbstsicheren Attitüde von Zweifeln geplagt, seit er beruflich im Ausland gescheitert und pleite zurückgekehrt ist. Die drei sind zu unglücklich, um einfach so weiterzumachen, doch nicht verzweifelt genug, um die bequeme Routine in ihrem Leben aufzugeben. Erst im Dunkel der Nacht können sie aus den festgefahrenen Alltagsrollen ausbrechen, andere Identitäten annehmen, auf das Unerwartete hoffen. Ignas Miskinis fängt diese Stimmung zwischen Frustration und Hoffnung gekonnt ein, zeichnet das melancholische Bild dreier Existenzen, die an ihrem Alltag zu scheitern drohen. Der litauische Regisseur lässt seine Charaktere aber nie in Selbstmitleid versinken, sondern verwandelt die nächtliche Odyssee seiner Helden mit leisem Humor in eine leichtfüßige Sinnsuche. Geschickt vermischt der Regisseur dabei verschiedene Genres: Der Film beginnt als Buddy Movie, geht über in ein urbanes Road Movie und wird schließlich zur prickelnden Ménage à trois. Miskinis' Film überzeugt jedoch vor allem als Parabel auf die Identitätskrise der urbanen Mittelklasse. Und deren Bedürfnis nach einem Neustart.
Videoclip:
Tadas (Dainius Gavenonis) fährt mit seinem alten Schulfreund Linas durch die Nacht. Ihre Fahrt... 
Galerie:
Gekonnt zeichnet Ignas Miskinis das melancholische Bild dreier Menschen, die an ihrem Alltag zu scheitern drohen.
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2021