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Die schrecklichen Eltern

OriginaltitelLes parents terribles
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich 1948
FSK & Länge ab 16 Jahren • 95 min.
KinoDeutschland
Kinostart02.10.1953
RegieJean Cocteau
DarstellerJean Marais, Josette Day, Marcel André, Yvonne de Bray, Gabrielle Dorziat, Jean Cocteau
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenDVDsbewerten

Eine zerrüttete Familie steht am Scheideweg

Yvonne (Yvonne de Bray) ist völlig aufgelöst. Ihr Sohn Michel (Jean Marais) ist vergangene Nacht nicht nach Hause gekommen und die ältere Dame ist voller Sorge. Ihr Gatte Georges (Marcel André) und Tante Léo (Gabrielle Dorziat) stehen ihr tröstend zur Seite. Als Michel schließlich doch noch in die elterliche Wohnung zurückfindet, ist er aufgedreht und gewillt, ein gut gehütetes Geheimnis endlich preis zu geben. Seiner Mutter vertraut er als erstes an, dass er sich in ein junges Mädchen namens Madeleine (Josette Day) verliebt habe. Yvonne ist außer sich vor Eifersucht und möchte das Gehörte am liebsten ignorieren. Sie tadelt ihren Sohn aufs Schärfste und lehnt es ab, Michels Eroberung kennen zu lernen. Den Vermittlungsversuchen von Georges und Léo ist es zu verdanken, dass sich Yvonne breitschlagen lässt und einem Treffen mit Madeleine doch zustimmt. Weder Michel noch seine Mutter ahnen, dass Georges in die Geschichte verstrickt und ihm die Geliebte seines Sohnes bestens bekannt ist.
Jean Cocteau erzählt die Geschichte einer ausufernden Liebe, die eine Mutter für ihren erwachsenden Sohn empfindet. Weil ihr Eheleben weitestgehend zum Erliegen gekommen ist, gilt ihre ganze Zuneigung dem eigenen Kind. Des weiteren beleuchtet Cocteau einen handfesten Vater-Sohn Konflikt und stellt kindliches Aufbegehren gegen elterliche Geborgenheit zur Schau. "Die schrecklichen Eltern" dokumentiert den Verfall der Institution Familie, die ihre Funktion als gesellschaftlicher Brutkasten eingebüßt hat. Einem Kammerspiel ähnlich hinterfragt der französische Filmpionier traditionelle Strukturen und stößt dabei auf Missgunst, Eifersucht und Intrige. Hauptdarsteller Jean Marais agiert betont infantil und verleiht seiner Figur eine übertrieben theatrale Note. Phasenweise erinnert das Werk an Heinrich von Kleists Lustspiel "Der zerbrochene Krug", allerdings geht der Inszenierung von Cocteau zu früh die Luft aus und sie vermag es nicht den Zuschauer komplett in ihren Bann zu ziehen.

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