Lebanon

Originaltitel
Lebanon
Genre
Drama
 
Deutschland/Israel/Frankreich/Libanon
 
93 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
14.10.2010 ( D ) bei Senator Film Verleih
Regie
Samuel Maoz
Darsteller
Reymond Amsalem, Ashraf Barhoum, Oshri Cohen, Yoav Donat, Michael Moshonov, Zohar Shtrauss
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IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
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LebanonSenator Film Verleih
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Charakterstudie über die Sinnlosigkeit des Krieges

Shmulik (Yoav Donat), Assi (Itay Tiran), Hertzel (Oshri Cohen) und Yigal (Michael Moshonov) sind alle um die 20. Die jungen Soldaten ziehen das erste Mal in den Krieg. Sie fahren einen Panzer, der den Decknamen Nashorn trägt. Jeder der vier erfüllt vom Lenken bis zum Laden oder Schießen eine Aufgabe. Im Inneren des stählernen Ungetüms sind die vier auf engstem Raum zusammengepfercht. Der Panzer gleicht einem Gefängnis. Es gibt nur Suppencroutons zu essen. Die Gruppe muss sich zum Urinieren eine einzige Blechdose teilen. Ihr Auftrag besteht darin, eine feindliche Stadt auszukundschaften. Schon bald stoßen die jungen Männer an ihre Grenzen, denn bislang übten sie das Schießen nur an Zielen auf den Übungsplätzen. Der innere Konflikt zwischen Befehl und Menschlichkeit frisst sie auf. Als ihr Panzer von der geplanten Route abkommt, sieht sich die vierköpfige Schicksalsgemeinschaft mit dem purem Überlebenskampf im Kriegschaos konfrontiert.


Es könnte sich um irgendeinen Krieg irgendwo auf der Welt handeln. Dieses unschöne Gefühl macht sich beim Zuschauer schnell breit, wenn er mit den vier Panzersoldaten auf deren zweifelhafte Reise geht. Ein Blick durch den Sucher des Zielfernrohrs ist die einzige Aussicht, die "Lebanon" dem Zuschauer gewährt. 2009 wurde das Antikriegsdrama auf dem Filmfestival in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung sagte Regisseur Samuel Maoz: "Ich widme diesen Film allen Menschen, denen es vergönnt ist, gesund und sicher aus einem Kriegseinsatz zurückzukehren. Diese Menschen tragen die Erinnerung an den Krieg ein Leben lang mit sich. Sie arbeiten, sie heiraten, sie haben Kinder, aber die Kriegserlebnisse sind in ihre Seelen eingebrannt."

Tatsächlich gelingt dem israelischen Filmemacher eine kompromisslose und schockierende Darstellung der Schrecken des Krieges. Sein Antikriegsdrama ist wahrlich nichts für schwache Nerven. Wer sieht schon gerne, wie Ehemann und Tochter vor den Augen der Mutter erschossen werden? Was Maoz zeigt, besitzt universelle Gültigkeit. Er zeigt die Grausamkeiten eines jeden Krieges. Lediglich die erste und die letzte Szene sind Außenaufnahmen, der Rest des Films spielt sich im Inneren des Panzers ab und thematisiert die mentalen wie körperlichen Grenzgänge der Soldaten. Der Regisseur verurteilt den Krieg als solchen vehement. Zugleich vermeidet er die Kritik an einzelnen Kriegsparteien. Maoz richtet den Fokus auf das seelische Zerbrechen der Protagonisten, das sich in jedem bewaffneten Konflikt ereignet. Die Darsteller tragen ihre Figuren mit so viel Tiefgang, dass man als Zuschauer meinen möchte, man befinde sich an ihrer Stelle. Maoz war selbst im Krieg. 25 Jahre lang konnte der israelische Filmmacher nicht über die Ereignisse sprechen, die ihm seither auf der Seele lagen. Erst mit dem Drehbuch zu "Lebanon" stellte er sich seiner Vergangenheit.
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2021