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Transfer

OriginaltitelTransfer
AlternativTransf€r
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2010
FSK & Länge ab 12 Jahren • 93 min.
KinoDeutschland
AnbieterKinostar
Kinostart22.09.2011
RegieDamir Lukacevic
DarstellerB.J. Britt, Ulrich Voß, Viktor Pavel, Zana Marjanovic, Stefan Lisewski, Michael Klammer
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungenTrailerGalerieDVDsbewerten

Science-Fiction über den Traum der ewigen Jugend

"Transfer" ist im Deutschland der nahen Zukunft angesiedelt. Die Wissenschaft ist so weit, dass sie das Bewusstsein eines Menschen in einen anderen Körper transferieren können. Für alte und kranke Menschen bietet die Behandlung die Möglichkeit, sich ihrer verbrauchten und defekten Leiber zu entledigen und in jüngere zu schlüpfen.

Auch Hermann (Hans-Michael Rehberg) und seine krebskranke Frau Anna (Ingrid Andree) wollen bei der Humantechfirma Menzana in den Jungbrunnen tauchen. Noch einmal jung und schön sein, das Leben in vollen Zügen genießen ist ihr großer Traum. Als Wirte haben sie sich zwei junge Afrikaner ausgesucht. Während die beiden Alten die Sehnsucht nach ewigem Leben antreibt, ist bei Apolain (B.J. Britt) und Sarah (Regine Nehy) die materielle Not Grund, sich selbst aufzugeben. Mit dem Verkauf ihrer Körper hoffen Sie, wenigstens ihren Familien das Überleben sichern zu können. Der "Transfer" gelingt. 20 Stunden am Tag regieren Hermann und Anna die Körper der jungen Afrikaner, die restlichen vier Stunden haben Apolain und Sarah die Kontrolle darüber. Das ist genug Zeit, um sich gegen ihre Parasiten aufzulehnen.
Damir Lukacevic behandelt in "Transfer" ein Thema, das so alt ist wie die Menschheit: den Traum von der ewigen Jugend. Doch nicht der ambitionierte Stoff ist das eigentlich Bemerkenswerte an diesem Film, sondern die Tatsache, in welche Form er diese packt. Wie Lars Kraume in "Die kommenden Tage" oder zuletzt Tim Fehlbaum in "Hell" erzählt auch Lukacevic die Geschichte mit den Mitteln des Science-Fiction. Dabei wird das Thema auch in seinem Film nicht als sich selbst genügende Unterhaltung instrumentalisiert, sondern mit einer für das Genre nicht unüblichen Coda aus Verweisen und Anspielungen auf Probleme und dringende (ethische) Fragen der Gegenwart versehen.

Die Transfer-Praxis erweist sich ebenso menschenverachtend, wie sinnlos. Sowohl der Parasit als auch der Wirt erkennen dies und kämpfen mit aller Kraft gegen den Besitzanspruch des anderen. Während dieser Kampf von Lukacevic als natürlicher Selbsterhaltungstrieb ausgewiesen wird, zeigt sich in der individual-psychologischen Dimension des Bewusstseinstransfers die System- und Gesellschaftskritik des Films. Das Ressentiment des alten Mannes gegenüber dem schwarzen Körper deckt eine latent vorhandene Rassenfeindlichkeit in unserer vermeintlich liberalen Gesellschaft auf. Dagegen wird in der Transferpraxis als solches eine Kritik des materiellen Klassendenkens zum Ausdruck gebracht. Als Wirte dienen nämlich nicht nur Farbige, sondern auch minderbemittelte Weiße. Anspruch auf ewige Leben haben nur die Reichen, die Armen haben das Nachsehen.

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8,0
 (1 User)

Meinungen

Nachdenklich

Endlich geschafft ihn zu sehen. Danke an ARTE fürs lange wachhalte. Ich finde das behandelte Thema sehr spannend und vor allem die Verdrehung der Situation vom Anfang zum... mehr
18.10.2012 19:03 Uhr - Schantra

Trailer: 

Transfer

Deutschland in der Zukunft. Ein alter Mann und seine todkranke Frau möchten mit Hilfe einer neuen Behandlung ihr Bewusstsein in jüngere Körper...  Clip starten
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Galerie:  Transfer

Damir Lukacevic verdichtet in "Transfer" den Science-Fiction-Stoff zu einer Anspielung auf wichtige ethische Fragen der Gegenwart. mehr
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