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Max Schmeling - Eine deutsche Legende

OriginaltitelMax Schmeling - Eine deutsche Legende
GenreDrama, Biographie
Land & Jahr Deutschland 2009
FSK & Länge ab 12 Jahren • 123 min.
KinoDeutschland
AnbieterKSM
Kinostart07.10.2010
RegieUwe Boll
DarstellerHans-Eckart Eckhardt, Henry Maske, Yoan Pablo Hernández, Dusan Bucan, Sven Medvesek, Angelina Noa
Homepage http://www.maxschmeling-film.de
Links IMDB
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Henry Maske erleidet schauspielerisch Schiffsbruch

Henry Maske hat zwischen 1990 und 2007 insgesamt 32 Profikämpfe bestritten. Jetzt ist der einstige Boxweltmeister in die Rolle eines früheren Champions geschlüpft. So gibt er unter der Regie Uwe Bolls sein Leinwanddebüt als Max Schmeling. Das Drama spannt einen Bogen vom ersten Weltmeisterschaftskampf Schmelings im Jahre 1930 über seinen Einzug zur deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg bis hin zur Suche nach einer neuen Aufgabe nach Kriegsende. Die Geschichte setzt 1943 auf Kreta ein. Schmeling soll auf einen englischen Kriegsgefangenen aufpassen und schildert diesem die entscheidenden Stationen seines Lebens. Er erzählt von seinen wichtigsten Kämpfen, darunter dem spannenden Box-Duell gegen Joe Louis (Yoan Pablo Hernández) im Jahre 1936, sowie seiner Ehe mit Schauspielerin Anny Ondra (Susanne Wuest). Doch nicht nur seine Erfolge bringt er zur Sprache. Schmeling wirft auch einen Blick zurück auf seine Niederlagen und die Schwierigkeiten, die ihm die Nationalsozialisten immer wieder bereitet haben.
Uwe Boll ist vor allem für seine wenig gelungenen Videospiel-Verfilmungen bekannt. Mancher Kritiker vergleicht den engagierten aber glücklosen Regisseur mit dem legendär schlechten B-Movie-Filmemacher Ed Wood. Die wenig schmeichelhaften und manchmal auch unter die Gürtellinie zielende Kritiken erzürnten Boll derart, dass er Medienwirksam gegen einen seiner ärgsten Kritiker in den Ring stieg.

Mit "Max Schmeling" verlässt der Regisseur sein angestammtes Genre und wagt sich an ein Biopic über einen der berühmtesten Boxer Deutschlands. Max Schmeling war von 1930 bis 1932 Weltmeister im Schwergewicht und in seiner Heimat bis zu seinem Ableben im Jahr 2005 ein unbestrittenes Sportidol. Ein Drama über diese Persönlichkeit steht und fällt mit dem Hauptdarsteller. Und tatsächlich kann Ex-Welmeister Henry Maske in den Kampf-Szenen mühelos überzeugen. Auch optisch hat er dank der Maskenbildner durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit Schmeling. Dummerweise fehlt Maske eine nicht unwesentliche Eigenschaft eines Schauspielers - Talent und Ausbildung. Der einstige Box-Weltmeister agiert dermaßen hölzern, dass man sich als Zuschauer fremdschämend im Kinosessel windet. Allerdings muss man ihm zugute halten, dass mit derart tiefgründigen Dialogzeilen wie "Ich geh jetzt duschen" oder "Ich geh auf Toilette" wohl selbst Robert De Niro in "Wie ein wilder Stier" an seine Grenzen gestoßen wäre.

Aber Maske ist eben nicht De Niro und Boll nicht Martin Scorsese. Das wussten wir auch schon vor dem Fiasko. Spätestens jetzt ist klar, dass Boll keine Videospielvorlage braucht, um eindimensionale Geschichten zu kreieren. Seinem Portrait fehlt es an Ecken und Kanten. Die wichtigsten Stationen in Max Schmelings Biographie werden runtergenudelt, ohne den Menschen zu zeigen. Hätte er das Leben von Videospielfigur Super Mario verfilmt, könnte man sich mit dem handwerklich soliden Drama zufrieden geben. Bei einem Biopic über Sympathieträger Schmeling wäre Boll mit einen ausgebildeten Schauspieler besser gefahren, allerdings hätte wohl auch der die Schwächen des Drehbuchs, insbesondere der flachen Dialoge nicht übertünchen können.

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