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Eine vernünftige Lösung

OriginaltitelDet enda rationella
AlternativÄktenskapsskolan; De rationella (Arbeitstitel); A rational Solution
GenreDrama
Land & Jahr Schweden/Finnland/Deutschland 2009
FSK & Länge 98 min.
KinoSchweiz
AnbieterFilmcoopi
RegieJörgen Bergmark
DarstellerRolf Lassgård, Pernilla August, Stina Ekblad, Claes Ljungmark, Magnus Eriksson, Anki Lidén
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. Datenbewerten

Bitterböser Kommentar auf den Vernunftmenschen

Erland (Rolf Lassgård ) und Maj (Stina Ekblad) sind seit Jahren glücklich verheiratet. Erland arbeitet in der der Papiermühle, dem größten Arbeitgeber der kleinen nordschwedischen Gemeinde. Gelegentlich organisiert das Ehepaar in der örtlichen Kirche eine Diskussionsrunde mit dem Titel "Die Schule der Ehe". Darin sind Erland und Maj die Vorreiter der These, dass Offenheit das beste Heilmittel für jede Beziehung ist.

Die Bewährungsprüfung dieser Theorie folgt denn auch prompt. Auf einer Geburtstagsparty verliebt sich Erland in die Frau seines besten Freundes Sven-Erik (Claes Ljungmark). Nach einer kurzen heftigen Affäre entschließen sie sich, ihren Ehepartnern das Verhältnis zu beichten. Obwohl es für die Betroffenen ein Schock ist, finden sie schon bald die richtige Lösung für ihr Problem. Sven-Erik und Karin (Pernilla August) ziehen bei Erland und Maj ein, wobei Erland und Karin sich ein Zimmer teilen, während die anderen beiden jeweils ein Zimmer bewohnen. Das Beziehungs-Experiment droht trotz der zehn auferlegten Regeln für ein harmonisches Zusammenleben an den Gefühlen der Beteiligten zu scheitern. Seltsam, nicht?
Jörgen Bergmarks "Eine vernünftige Lösung" ist ein Drama über die Unberechenbarkeit von Gefühlen und ein bitterböser Kommentar auf die Liberalisierungstendenzen moderner Beziehungen. Der Glaube, dass sich Eheprobleme wegrationalisieren lassen, wird hier schnell ad absurdum geführt. Diese lassen sich ebenso wenig wegreden wie Gefühle gesteuert werden können. Indem Erland alle Beteiligten in eine höchst fragwürdige Situation zwingt, offenbart er sich als Ignorant, der sich sowohl über die Gefühle anderer hinwegsetzt als auch einer illusorischen Überzeugung erliegt. Sein Verhalten erscheint umso grotesker und scheinheiliger, als es im krassen Widerspruch zu seiner Funktion als ehrenamtlicher Leiter des Kirchenkreises steht. Der Verdacht dass er mit seinem Vernünfteln vielmehr seiner leidenschaftlichen Neigung nachgibt, als dass diese Folge einer tatsächlichen Überzeugung ist, drängt sich unweigerlich auf.

Seine zynische Sicht auf die absurden Auswüchse der menschlichen Vernunft lockert Bergmark freilich durch reichlich Situationskomik und trockenen Humor a la Aki Kaurismäki wieder auf. Wenn Sven-Erik sich in seiner verzweifelten Lage zu Erland und Karin - seiner eigenen Frau - ins Bett legt, gewinnt der Film geradezu tragikomisches Potential.

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